Gluten, ein Bestandteil von Weizenmehl, steht im Verdacht, für migräneartige, starke Kopfschmerzen verantwortlich zu sein. Das ist das Ergebnis einer Studie von Marios Hadjivassiliou vom Royal Hallamshire Hospital in Sheffield.

Die zehn an der Untersuchung teilnehmenden Patienten mittleren Alters litten seit längerer Zeit an sich verschlimmernden Kopfschmerzen und wiesen Entzündungen im Bereich des Zentralnervensystems auf. Bei allen war aufgrund immunologischer Tests eine Überempfindlichkeit gegen das Eiweiß Gluten nachweisbar. Von den neun Patienten, die im Rahmen der Studie ihre Ernährung auf glutenfreie Kost umstellten, haben sieben keine Kopfschmerzen mehr, bei Zweien besserten sich die Beschwerden deutlich. Bei einer Person kehrten nach Wiederaufnahme einer normalen Ernährung die Kopfschmerzen zurück.

“Wenn sich unsere Ergebnisse bestätigen lassen”, schreibt Hadjivassiliou in der Zeitschrift Neurologie, “könnte das Entfernen des auslösenden Faktors, in diesem Fall Gluten, eine Behandlungsmöglichkeit für Kopfschmerzpatienten mit Gluten - Überempfindlichkeit sein.”

Eine Gluten - Überempfindlichkeit kann erworben oder angeboren sein. Mögliche Auswirkungen sind unter anderem Nerven- und Hauterkrankungen. Gluten, auch Kleber genannt, ist ein im Weizenkorn enthaltenes Eiweiß, das auf Grund seiner Quellfähigkeit für die guten Backeigenschaften des Mehls verantwortlich ist.

Die Gluten - Überempfindlichkeit ist sonst als Zöliakie mit ihren übrigen Folgeerscheinungen gutbekannt und dokumentiert. Deutlichste Anzeichen sind Durchfall, Abmagerung und ein starkes Krankheitsgefühl. Ohne entsprechende Therapie durch strikte glutenfreie Nahrung kann die Zöliakie Tödlich sein.

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