Beiträge für Mai, 2002

10. Mai 2002

Was ist Manuelle Lymphdrainage?

Eine bereits als klassisch zu bezeichnende Form der Massage ist die Lymphdrainage, die vom dänischen Biologen und Physiotherapeuten Dr. Emil Vodder vor rund 70 Jahren entwickelt worden ist. Ausgangspunkt seiner Entdeckung war eine Patientin mit chronischer Erkältung, der er entgegen der damals herrschenden medizinischen Regel die geschwollenen Halslymphknoten massierte. Der Erfolg war durchschlagend und führte Vodder dazu, auch andere Lymphbahnen und Lymphknoten zu behandeln.

So entstand die «Manuelle Lymphdrainage», die eine weite Verbreitung und mit der Erforschung des Lymphsystems in den darauffolgenden Jahrzehnten auch immer grössere wissenschaftliche Untermauerung und Akzeptanz gefunden hat (durch die Mediziner Asdonk, Brunner, Kubik u.a.).

Das Lymphsystem ist neben dem Blutkreislauf gleichsam ein zweites, etwas langsamer funktionierendes Versorgungsnetz, das insbesondere für den Abtransport von Eiweiss- und Abbaustoffen sowie der Restflüssigkeit zwischen den Zellen sorgt, welche das venöse Blutgefässsystem zurücklässt. Zudem gehört die Infektionsabwehr mittels Neubildung und Transport von Lymphozyten (= Abwehrzellen) zu seinen wichtigsten Aufgaben.

Das Lymphgefässsystem durchzieht den ganzen Organismus, bildet an bestimmten Stellen (z.B. im Bereich von Achseln, Leisten, Knie, Ellbogen, Hals oder Darm) Knoten und mündet schliesslich in eine herznahe Vene.

Eigene kleine Muskeln und Klappen, aber auch Atmung und Bewegung des ganzen Körpers sorgen mit Pump- und Saugbewegungen für den Transport der Lymphe (ca. 2 Liter in 24 Stunden). Die Lymphknoten filtrieren und eliminieren schädliche Stoffe und Krankheitserreger und schwellen bei Infektionen oder Überbelastungen an. So ist das Anschwellen der Lymphknoten in der Achselhöhle etwa ein auffälliges Zeichen einer Entzündung oder Vergiftung.

Ist der Lymphkreislauf überfordert und gestört, sammelt sich Flüssigkeit zwischen den Zellen, und es entsteht ein Ödem, eine Schwellung. Mangelnde Bewegung kann solche Störungen begünstigen. Insbesondere aber nach Brust-, Prostata- oder Darmkrebsoperationen, bei denen oft auch die Lymphknoten in Achsel oder Leisten entfernt oder beeinträchtigt werden, sowie nach einer Schwangerschaft oder Verletzungen mit Thrombosen (Bildung von Blutpfropfen) treten häufig Probleme auf. Jede zweite Frau leidet nach einer Brustkrebs- und Armlymph - Amputation an einem (oft sehr schmerzhaften) Lymphödem und Störungen der Lymphzirkulation.

Diese sind denn auch die Hauptindikationen der mannellen Lymphdrainage, die mit sehr sanften rhythmischen Pump- und spiralförmigen Kreisbewegungen von Daumen und Hand mit an- und abschwellendem Massagedruck von den herznahen Bezirken hinaus in die Glieder und Peripherie des Organismus arbeitet. Diese Massage «mit Samtpfötchen» ist langsam, sehr beruhigend oder gar einschläfernd und wirkt somit auch positiv auf das vegetative Nervensystem.

Nervenentzündungen, Migräne, Entzündungen im Hals-, Nasen-, Ohrenbereich, gewisse Haut- und rheumatische Erkrankungen, Cellulite oder Folgen eines Schlaganfalls sollen neben den erwähnten Ödemen ebenfalls gut auf die Lymphdrainage ansprechen.

Bei akuten Fieber- oder Infektionserkrankungen, venösen Thrombosen, Herzinsuffizienz oder Asthma bronchiale sowie bei bösartigen Veränderungen des Drüsensystems verzichtet man im allgemeinen auf eine Lymphdrainage.

Die manuelle Lymphdrainage wird am entkleideten Klienten ausgeführt, ist schmerzlos, ja schmerzlindernd und sehr entspannend. Sie unterstützt die Stoffwechselvorgänge und Abwehrkräfte in unserem Körper. Bei grösseren Störungen des Lymphsystems ist mit längerer Behandlungsdauer zu rechnen. In der Regel wird der Arzt die Indikation abklären und die Krankenkasse die Kosten übernehmen.

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10. Mai 2002

Forscher: Impfung gegen Windpocken fördert Gürtelrose bei älteren Menschen

Impfkampagnen gegen die Windpocken bei Kindern führen möglicherweise zur massenhaften Verbreitung der Gürtelrose unter älteren Menschen. Gürtelrose und Windpocken werden durch den selben Erreger ausgelöst: Wenn Kinder seltener an Windpocken erkranken, schwächt dies indirekt die Abwehrmechanismen bei älteren Menschen. Flächendeckende Impfungen gegen Windpocken sollten daher auch von entsprechenden Vorsorgemaßnahmen unter älteren Menschen begleitet sein, empfehlen Forscher in der Fachzeitschrift “Vaccine” (Ausgabe 20, S. 2500).

Erwachsene, die in der Kindheit bereits einmal Windpocken hatten, sind weitgehend vor dem Erreger gefeit, auch wenn das Virus weiter im Nervengewebe schläft. Im Alter wird das Immunsystem aber schwächer und das Virus kann wieder zuschlagen - diesmal als Gürtelrose. Der wiederholte Kontakt mit dem Virus - etwa beim Umgang mit erkrankten Kindern -wirkt wie eine Auffrischimpfung: Das Immunsystem bleibt gegen den Erreger gerüstet. Bei einer flächendeckenden Impfung der Kinder unterbleibt diese Erneuerung des Schutzes.

In den USA werden die meisten Kinder gegen Windpocken geimpft. Marc Brisson vom Öffentlichen Gesundheitsdienst in London und sein Team haben errechnet, dass in den USA in den ersten fünfzig Jahren nach den flächendeckenden Impfungen 5000 Kinder vor tödlichen Komplikationen der Windpocken bewahrt werden. Gleichzeitig würden aber ebenso viele der über Sechzigjährigen an der Gürtelrose sterben und es gäbe 21 Millionen zusätzliche Erkrankungen.

In Deutschland gibt es noch keine entsprechenden Impfkampagnen. Derzeit raten Ärzte bestimmten Risikogruppen zu einer Impfung. Bei schwangeren Frauen beispielsweise kann eine Infektion zu schweren Schädigungen des Ungeborenen führen. Es könnten jedoch auch schon bald in Deutschland fast alle Kinder gegen Windpocken geimpft werden: Demnächst kommt ein Kombinationswirkstoff auf den Markt, der Kinder neben Masern, Mumps und Röteln auch vor Windpocken schützt, erklärte Dr. Ute Arndt vom Deutschen Grünen Kreuz gegenüber ddp.

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10. Mai 2002

25 Gramm Schokolade am Tag genügen

Wer täglich eine Tafel Schokolade isst, schützt damit zwar sein Herz. Die gleiche Wirkung erzielt jedoch bereits ein Viertel dieser Menge – und nimmt weniger Kalorien zu sich. Das schreiben amerikanische Forscher im Fachmagazin “JAMA” (Nr. 287, S. 2212).

Besonders dunkle Schokolade enthält so genannte Flavonoide, haben bereits frühere Studien gezeigt. Diese Stoffe reduzieren die Tendenz der Blutplättchen zum Verklumpen und schützen dadurch Herz und Blutgefäße. Die Wissenschaftler um Roberta Holt von der Universität in Davis fanden nun in Bluttests an 18 Versuchspersonen heraus, dass 25 Gramm Schokolade eine ebenso schützende Wirkung auf die Blutblättchen erreichen wie die vierfache Menge Süßes. Dem Sponsor der Studie, der Mars-Konzern, dürfte das Ergebnis der Studie daher wenig gefallen.

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10. Mai 2002

Stillen beugt Atemwegserkrankungen vor

Stillen schützt Säuglinge offenbar vor Atemwegsinfektionen. Babys, die bis zum sechsten Lebensmonat fast ausschließlich gestillt werden, widerstehen Atemwegsinfekten besser als Gleichaltrige, die Flasche kriegen. Dies entdeckten US-Forscher im Rahmen einer landesweiten Studie an 2277 Säuglingen und Kleinkindern. Ihre Forschungsergebnisse präsentierten sie am 6. Mai in Baltimore auf dem Jahrestreffen der American Academy of Paediatrics.

Caroline Chantry vom UC Davis Children’s Hospital und ihre Koautoren untersuchten den Zusammenhang zwischen Säuglingsernährung und Atemwegserkrankungen bei 6 bis 24 Monate alten Kindern. Die Forscher lieferten gewichtige Argumente für konsequentes Stillen: Offenbar sind die Kinder am gesündesten, die mindestens sechs Monate fast ausschließlich Muttermilch genossen. So leiden Kinder, die höchstens vier Monate gestillt wurden, in ihren ersten zwei Lebensjahren fünfmal häufiger an Lungenentzündungen und doppelt so oft an Ohrinfektionen. Frühere Studien belegen zudem, dass langfristiges Stillen bei Säuglingen auch Magen - Darm - Infektionen vorbeugt.

Fazit: Je länger Babys gestillt werden, desto gesünder sind sie. Die Mindeststillzeit scheint sechs Monate zu betragen. Hierbei darf Ersatznahrung nur gelegentlich zugegeben werden – jedenfalls seltener als täglich. Ansonsten baut sich kein optimaler Schutz gegen Atemwegserkrankungen auf.

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10. Mai 2002

Jung, männlich, zornig: Herzattacke programmiert

Junge Männer, die auf Stress schnell verärgert reagieren, haben ein dreimal höheres Risiko in jungen Jahren am Herzen zu erkranken als ruhige Geschlechtsgenossen. Dies entdeckten Wissenschaftler der Johns Hopkins Medical Institution. Die Studienresultate erschienen am 22. April in der Fachzeitschrift Archives of Internal Medicine.

Zwischen 1948 und 1964 nahm die Johns Hopkins Universität über 1337 Medizinstudenten in die Langzeitstudie “Johns Hopkins Precursor Study” auf. Diese erfasste unter anderem das Gesundheitsverhalten der Teilnehmer. Patricia Chang und ihr Team spürten 1055 der damaligen Teilnehmer wieder auf und untersuchten den Zusammenhang zwischen ihrem Stressverhalten als junge Männer und Herzerkrankungen im fortgeschrittenen Alter.

Die “ärgerlichen” jungen Männer entwickelten dreimal häufiger als üblich, im Schnitt im Alter von 49 Jahren, Herz - Kreislauf - Erkrankungen. Außerdem stieg das Risiko einer Herzattacke um den Faktor Fünf. Ob sich die Ergebnisse auch auf Frauen übertragen lassen, ist unklar.

Die Autoren der Studie empfehlen den Betroffenen rechtzeitig mit einem professionellen Stressmanagement zu arbeiten. Das kann auch bestehende Herz - Kreislauferkrankungen lindern.

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10. Mai 2002

Gekocht sind Tomaten noch gesünder als roh

Gekochte Tomaten besitzen mehr Zellschutzstoffe, die Krebs vorbeugen und Blutgefäße schützen, als rohe Tomaten. Das meldet die amerikanische Cornell - Universität.

Forscher der Universität haben Tomaten mehrere Minuten lang auf 88 Grad erhitzt. Anschließend fanden sie in dem Gemüse zwar bis zu einem Drittel weniger Vitamin C, allerdings hatte gleichzeitig auch die Konzentration an sogenannten Lykopen zugenommen: Nach zwei Minuten Kochen fanden die Forscher etwa ein Drittel mehr Lykopene, nach einer Viertelstunde Kochen war die Konzentration sogar eineinhalb Mal so groß.

Lykopene, die reife Tomaten rot färben, fangen in Zellen sogenannte Radikale ein, die dort Schäden am Erbgut verursachen können. Der Farbstoff ist dabei wirkungsvoller als viele andere Radikalfänger, etwa die Vitamine C und E.

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