Beiträge für November, 2002

13. November 2002

Was ist autogenes Training?

Das in zahlreichen Heilbädern angebotene Autogene Training ist eine ergänzende Therapie, die immer dann von grossem Nutzen sein kann, wenn die Erkrankung funktionell bedingt ist oder auf Verspannungen im Körper beruht.

Entgegen der oft geäusserten Meinung ist Autogenes Training kaum im Selbststudium (z.B. nach einem Buch) zu erlernen. Autogenes Training wird in den Heilbädern von Therapeuten vermittelt, die nicht nur auf diesem spezifischen Gebiet bestens ausgebildet sind, sondern in der Regel auch über psychologische Kenntnisse verfügen.

Wichtig für die Behandlung der Patienten ist, wie bei zahlreichen anderen Entspannungstherapien, beim Autogenen Training die Arbeit in der Gruppe.

Vermittelt werden in der Regel die Übungen der Grundstufe, die jedoch meist ausreichen die Probleme „in den Griff“ zu bekommen und das Autogene Training nach Abschluss der Kur zu Hause mit Erfolg jederzeit anwenden zu können.

In der Grundstufe werden die folgenden Übungen vermittelt und trainiert:

- Schwere-Übung
- Wärme-Übung
- Herz-Übung
- Atem-Übung
- Sonnengeflecht-Übung
- Kühle-Stirn-Übung

Das Autogene Training vermittelt, knapp ausgedrückt, die Fähigkeit, durch Autosuggestion auf die unterschiedlichsten Funktionen des Körpers Einfluss zu nehmen und so die unterschiedlichsten Beschwerden auszuschalten.

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13. November 2002

Impfstoff gegen Alzheimer erfolgreicher als gedacht

Eine Impfung gegen Alzheimer scheint nach den Rückschlägen Anfang des Jahres wieder in greifbare Nähe zu rücken. Im März 2002 wurde eine klinische Studie wegen unerwünschter Nebenwirkungen abgebrochen. Folgeuntersuchungen ergaben jedoch, dass der Impfstoff in vieler Hinsicht so funktioniert hat, wie sich die Forscher das gewünscht hatten. Sie hoffen daher, demnächst neue Versuche mit verträglicheren Vakzinen starten zu können, berichten sie in der Fachzeitschrift “Nature Medicine”.

Bei dem abgebrochenen Versuch wurde ein Impfstoff mit dem Namenskürzel AN-1792 getestet. In Tierversuchen hatte sich die Substanz als wirkungsvoll erwiesen. Erste klinische Tests am Menschen deuteten zudem eine gute Verträglichkeit an. Bei einem größer angelegten Versuch an 360 Alzheimer-Patienten entwickelten jedoch 25 Betroffene gefährliche Entzündungen im Gehirn.

Untersuchungen an der Universität Zürich ergaben jetzt, dass es bei dem klinischen Versuch nach der Impfung im Körper der Patienten tatsächlich zu der erwünschten Abwehrreaktion kam. Der Körper griff gezielt ein krankmachendes Eiweiß mit dem Namen Amyloid-beta an, das sich im Gehirn zu giftiger Plaque ablagert. Die Ablagerungen können ein massenhaftes Absterben von Nervenzellen hervorrufen, weshalb viele Forscher Amyloid-beta für Alzheimer verantwortlich machen. Nach der Impfung sollte die Plaque vom Immunsystem des Körpers jedoch abgebaut werden.

Die Tests ergaben zudem, dass die Körperabwehr nach der Impfung nur das kranke Protein angriff und gesunde Strukturen im Gehirn unangetastet ließ. Wieso es trotzdem zu den Entzündungen kam, ist den Forschern ein Rätsel. Möglicherweise hatte sich bei einigen getesteten Personen bereits zuviel Plaque im Gehirn angesammelt, und es kam deshalb zu einer Überreaktion der Körperabwehr, erklärten die Wissenschaftler.

Sie hoffen daher mit einem neuem Impfstoff eine schwächere Reaktion des Immunsystems hervorzurufen. Denkbar wäre auch eine sogenannte “passive Impfung”, bei der die Körperabwehr zwar stimuliert wird, aber keine starke und dauerhafte Sensibilität gegenüber Amyloid-beta entwickelt.

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13. November 2002

Kartoffelpulver stillt Blutungen

Ein aus Kartoffelstärke hergestelltes Pulver kann Blutungen bei Verletzungen oder Operationen in kurzer Zeit wirkungsvoll stillen. Das haben Wissenschaftler auf der Jahrestagung der Amerikanischen Gesellschaft für Anästhesie in Orlando (USA) berichtet.

Das neue Mittel wird als feines Pulver mit einer Art Blasebalg auf die Wunde aufgetragen, saugt das austretende Blutplasma und Wasser wie ein Schwamm auf und bringt die Blutung so zum Stillstand. Im Gegensatz zu herkömmlichen Mitteln seien allergische Reaktionen auf das Kartoffelpulver nahezu ausgeschlossen, erläuterte Mark H. Ereth von der Mayo-Clinic in Rochester, der den Blutstiller an dreißig Freiwilligen getestet hat. Wegen seiner geringen Korngröße könne das Pulver vom Körper sehr schnell wieder abgebaut werden, berichtete Ereth. Bereits wenige Stunden nach der Anwendung seien keine Spuren des Mittels mehr nachweisbar.

Bei schweren Operationen könnte das Pulver die Zahl der nötigen Bluttransfusionen merklich senken, schätzt Ereth. Denkbar sei auch ein Einsatz bei Schwerverletzten und verwundeten Soldaten.

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13. November 2002

Bessere Überlebenschancen bei Krebs als gedacht

Die Aussicht auf eine endgültige Heilung bei Krebs sind besser als bisher vermutet. Auch nach zwanzig Jahren sind mehr als die Hälfte der Betroffenen noch am Leben. Bisher gingen Ärzte von einer deutlich geringeren Überlebensrate von etwa 40 Prozent aus, berichtet ein Heidelberger Wissenschaftler im Fachmagazin “Lancet” (Ausgabe vom 12. Oktober).

Hermann Brenner vom Deutschen Zentrum für Alternsforschung hat Daten aus dem US-amerikanischen Krebsregister mit einer neuen mathematischen Methode analysiert. Dabei entdeckte er, dass bisherige Schätzungen zur Überlebensrate der Betroffenen zu pessimistisch sind. Insbesondere berücksichtigten sie nicht die neuesten Fortschritte in der Medizin, erklärt Brenner.

Mit seinem Verfahren errechnete er für die ersten zwanzig Jahre nach der Diagnose eine 90-prozentige Überlebenschance für Menschen mit Hoden- oder Schilddrüsenkrebs. Um 80 Prozent liegt die Rate bei einem Melanom und Prostatakrebs. Fast 70 Prozent der Patienten, die an Blasenkrebs erkrankt sind, überleben. Bei Brustkrebs beträgt die Rate 65 Prozent, bei Gebärmutterhalskrebs 60 Prozent und um die 50 Prozent bei Dickdarm, Eierstock- und Nierenkrebs.

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13. November 2002

Bluthochdruck senkende Mittel können Demenz vorbeugen

Bluthochdruckpatienten, die über mehrere Jahre blutdrucksenkende Mittel einnehmen, entwickeln seltener Altersdemenz oder sogar Alzheimer. Das haben belgische Mediziner in einer Studie an beinahe 3000 Patienten herausgefunden (The Archives of Internal Medicine, Ausgabe vom 14. Oktober).

Die Forscher um Jan Staessen von der Universität Leuven beobachteten über mehrere Jahre Patienten, die an einer europäischen Studie zu Bluthochdruck teilgenommen hatten. Im Rahmen dieser Untersuchung hatten sie entweder Blutdrucksenker oder ein Scheinmedikament bekommen. Nach dieser Studie waren dann alle Teilnehmer mit blutdrucksenkenden Medikamenten behandelt worden.

Von den Versuchsteilnehmern, die bereits während der ursprünglichen Studie wirksame Medikamente erhalten hatten, erkrankten nicht halb so viele an Demenz wie in der Placebogruppe, fanden Staessen und seine Kollegen. Sie hatten die Präparate damit insgesamt über einen Zeitraum von fast vier Jahren eingenommen. Nur die Langzeitbehandlung könne offenbar vor Demenz schützen, sagen die Forscher.

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13. November 2002

Grüner Star sollte sofort behandelt werden

Ein Glaukom, auch “grüner Star” genannt, sollte nach einer Diagnose sofort behandelt werden, um das Fortschreiten des Augenleidens zu verlangsamen. Eine Verringerung des Augeninnendrucks kann eine weitere Verschlechterung des Krankheitsbildes um durchschnittlich 18 Monate verzögern, fanden schwedische Forscher in einer Studie an 255 Patienten. (”Archives of Ophthalmology”, Oktoberausgabe).

Der grüne Star, bei dem der Nerv des Auges irreversibel geschädigt wird, ist der häufigste Grund für Blindheit in den Industriestaaten. Die Krankheit beginnt meist unbemerkt und kann daher nur durch eine Vorsorgeuntersuchung frühzeitig entdeckt werden. Die Ursache der Krankheit ist unklar, aber offenbar gehört ein erhöhter Innendruck des Auges zu den Risikofaktoren. Entdeckt ein Arzt erste Anzeichen eines Glaukoms, wird daher meist umgehend der Innendruck des Auges medikamentös oder durch eine Laserbehandlung gesenkt.

Bisher war jedoch nicht erwiesen, dass diese Behandlung überhaupt sinnvoll ist, zumal die Krankheit trotz der Senkung des Innendrucks oft weiter voranschreitet. Daher haben die schwedischen Forscher in ihrer Studie 126 Patienten aus Malmö, Lund und Helsingborg nach der ersten Diagnose entgegen den medizinischen Empfehlungen nicht behandelt. Statt dessen wurden sie alle drei Monate untersucht und erhielten erst eine Therapie, nachdem sich das Krankheitsbild verschlechtert hatte. Mit modernsten Untersuchungsmethoden forschten dabei die Ärzte nach minimalen Anzeichen für ein Voranschreiten des Leidens, um sofort reagieren zu können und das Risiko der Versuchsteilnehmer so gering wie möglich zu halten.

Die Ärzte fanden, dass sich die Krankheit bei den unbehandelten Patienten im Durchschnitt bereits nach 48 Monaten verschlimmert hatte. Bei den behandelten Patienten war dies erst nach 66 Monaten der Fall. Die Ärzte empfehlen daher, auch wenn der Patient keine Symptome bemerkt, mit einer Behandlung nicht zu warten.

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