Beiträge für Februar, 2003

20. Februar 2003

Was ist PNF?

Unter dem Therapieangebot der Kurorte und Kliniken erscheint häufig die Kurzbezeichnung PNF. Die offzielle Bezeichnung lautet Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation (vormals Kabat)

Es handelt sich um eine Therapie, die sich oft auch unter dem Oberbegriff Krankengymnastik verbirgt.

PNF dient der Bahnung von Bewegungen über die funktionelle Einheit von Nerv und Muskel. Die Bahnung lässt sich über exterozeptive Reize (z. B. über Haut, Auge, Gehör etc.) und propriozeptive Reize (z. B. über den Bewegungsapparat etc.) stimulieren.

Ziel der PNF-Behandlungsmethode ist die Koordinierung physiologischer Bewegungsabläufe, der Abbau krankhafter Bewegungsmuster, die Normalisierung des Muskeltonus, die Muskelkräftigung und Muskeldehnung. Die Behandlung erfolgt in Bewegungsmustern mit spezifischen Pattern und Techniken (rhythmische Bewegungseinleitung, dynamische Umkehr, Halten/Entspannen, Agonistische Umkehr, Stretch, betonte Bewegungsfolge und rhythmische Stabilisation unter Anwendung von Reizen und Stimuli).

PNF wird als Therapie unter anderem mit Erfolg bei den nachstehenden Erkrankungen angewendet:
Periphere Nervenschädigungen z.B. Peroneusparese
Erkrankungen des zentralen Nervensystems z.B. Ataxie, Multiple Sklerose, Rückenmarkserkrankungen (Tumore)
Nach Frakturen, Muskel-, Band- und Sehnenverletzungen, Sportverletzungen, Amputationen, Muskelatrophien und Gelenkkontrakturen nach Ruhigstellung
Wirbelsäulenoperationen, Hüft- und Kniegelenkendoprothesen, M.Bechterew, Erkrankungen der Wirbelsäule, Hüft-, Knie-, Fuß-, Ellenbogen-, Schultergelenke.

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20. Februar 2003

Depressive Frauen kommen früher in die Wechseljahre

Frauen, die unter Depressionen leiden, kommen offenbar früher in die Wechseljahre. Sie erreichen eher als ihre nicht depressiven Geschlechtsgenossinnen die so genannte Perimenopause, in der die ersten unregelmäßigen Regelblutungen auftreten. Das berichten amerikanische Mediziner in der Fachzeitschrift Fachzeitschrift “Archives of General Psychiatry (Bd. 60, S. 29). Die Perimenopause beginnt etwa zwei Jahre vor der Menopause, der letzten Menstruationsblutung, und hält noch etwa zwei Jahre an.

Das Team um Bernard Harlow vom Brigham-Frauenkrankenhaus in Boston untersuchte über drei Jahre hinweg mehr als dreihundert Frauen mit einer Krankheitsgeschichte mit Depressionen und über sechshundert Frauen ohne psychische Beschwerden. Depressive Versuchsteilnehmerinnen kamen mit einer um zwanzig Prozent erhöhten Wahrscheinlichkeit früher in die Perimenopause, fanden die Wissenschaftler. Je stärker die Depressionen waren, desto größer war die Wahrscheinlichkeit, dass sie vorzeitig diese frühe Phase der Wechseljahre erreichten.

Durchschnittlich haben Frauen mit fünfzig ihre letzte Regelblutung. Ob bei depressiven Frauen auch dieser Zeitpunkt der Menopause verfrüht ist, wissen die Forscher allerdings noch nicht. Sollte dem nicht so sein und die letzte Regelblutung im “normalen” Alter auftreten, könnte das bedeuten, dass Frauen mit Depressionen insgesamt länger unter den Wechseljahren zu leiden haben.

Gerade in der Zeit der Perimenopause sind Frauen besonders anfällig für Depressionen. Frühere Studien hatten bereits ergeben, dass Frauen, die vor dem 47. Lebensjahr die Menopause erreichen, zwei bis dreimal häufiger unter behandlungsbedürftigen Depressionen leiden.

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20. Februar 2003

Auch Nikotin ist krebserregend

Nicht nur der Teer in der Zigarette, sondern auch das Nikotin ist vermutlich krebserregend. Das Gift schädigt einen der Hauptabwehrmechanismen des Körpers gegen Krebs, berichten amerikanische Forscher in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Investigation (Bd. 111, S. 81).

Nikotin und daraus entstehende Stoffe aktivieren innerhalb weniger Minuten einen Mechanismus, der den programmierten Zelltod, die so genannte Apoptose, verhindert. Das haben Phillip Dennis und seine Kollegen bei Untersuchungen an Zellkulturen, an menschlichem Lungengewebe und auch an den Lungen lebender Mäuse beobachtet. Der Körper kann dadurch unkontrolliert wachsende Zellen nicht mehr gezielt absterben lassen, was die Entstehung und das Voranschreiten von Krebs fördert.

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20. Februar 2003

Herzinsuffizienz wegen Vitamin D-Mangel

Wissenschaftler der Universität Bonn http://www.uni-bonn.de haben in Kooperation mit dem Herzzentrum Bad Oeynhausen nach den Ursachen der Herzinsuffizienz gesucht und sind zu einem erstaunlichen Ergebnis gekommen: Eine Unterversorgung mit Vitamin D trägt zur Entstehung der Krankheit bei. Die Forschungsergebnisse wurden in der jüngsten Ausgabe des “Journal of the American College of Cardiology” publiziert.

“Bei einer Herzinsuffizienz ist der Hohlmuskel so geschwächt, dass er nicht mehr genügend Blut durch den Körper pumpen kann, um Organe und Muskulatur ausreichend zu versorgen. Die Patienten ermüden nach der geringsten Anstrengung, der Puls jagt, die Luft wird knapp. Aufgrund der schlechten Durchblutung versagen die Nieren ihren Dienst und können den Körper nicht mehr ausreichend entwässern”, berichtet Studienleiter Armin Zittermann, Ernährungswissenschaftler der Universität Bonn. Die Folge sind Wassereinlagerungen im Gewebe, so genannte Ödeme. Das Herz reagiert mit der Ausschüttung des Hormons ANP, das die Flüssigkeitsausscheidung fördert. “Eine erhöhte ANP-Konzentration im Blut ist daher ein verlässlicher Hinweis auf eine Herzinsuffizienz. Und zwar bereits im Frühstadium, wenn die Erkrankung kaum Symptome verursacht”, so der Wissenschaftler.

“Es ist bereits bekannt, dass das Vitamin D in Zellkulturen die Produktion des Entwässerungshormons ANP hemmt”, erklärt Zittermann. In Versuch mit Hühnern verschwand die Herzschwäche, sobald Vitamin D mit dem Futter verabreicht wurde. Auch in Herzmuskelzellen von Ratten konnten Wissenschaftler zahlreiche “Andockstellen” (Rezeptoren) für Vitamin D finden. In Versuchen mit Patienten konnte der Bonner Forscher gemeinsam mit seinen Kollegen die Theorie des Vitamin-Mangels bestätigen. “Der Schweregrad der Erkrankung korrelierte mit dem Ausmaß des Vitamin D-Mangels. Das sind starke Hinweise darauf, dass eine unzureichende Versorgung mit Vitamin D bei der Entstehung der chronischen Herzschwäche eine Rolle spielen könnte”, meint Zittermann. In weiteren Studien verabreichen die Forscher Herzpatienten Vitamin D und kontrollieren, ob sich der Gesundheitszustand verbessert.

Vitamin D spielt unter anderem auch bei der Regulation der Kalzium-Konzentration im Körper eine Rolle, indem es die Kalzium-Aufnahme aus dem Darm verbessert. “Es scheint aber auch den Kalzium-Umschlag in den Herzzellen beeinflussen zu können”, so der Forscher. Damit sich der Muskel zusammenziehen kann, muss die Kalziumkonzentration kurzfristig stark ansteigen. Dazu zapft das Herz einen innerzellulären Kalzium-Speicher an, den es bei der Entspannung mit Hilfe kleiner “Pumpen” wieder füllt. Vitamin D scheint die Aktivität dieser Minipumpen zu beeinflussen. Wenn sie aber nicht richtig funktionieren, kann der Herzmuskel nicht vollständig kontrahieren.

“Der Mensch bildet sein Vitamin D selbst. 75 bis 90 Prozent entstehen bei UVB-Bestrahlung in der Haut, den Rest nehmen wir über die Nahrung auf”, erklärt der Ernährungswissenschaftler. “In Industrieländern ist Vitamin D-Mangel ein häufiges Phänomen. Die Forscher warnen aber vor intensiver Sonnenbestrahlung, da diese große Gefahren in sich birgt. Nicht schaden könne aber der regelmäßige Genuss Vitamin D-reicher Kost. In nennenswerten Mengen ist die Substanz aber nur in Fisch enthalten.

Weltweit leiden 15 Mio. Menschen unter einer Herzinsuffizienz, allein in Deutschland sind zwischen ein und drei Prozent betroffen. Die Prognosen der Herzinsuffizienz sind jedoch düster: Jeder zweite Patient stirbt innerhalb der ersten fünf Jahre, nachdem die Erkrankung diagnostiziert wurde.

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20. Februar 2003

Stillen dämpft das Schmerzempfinden von Neugeborenen

Stillen hat auf Neugeborene offenbar eine schmerzstillende Wirkung. Säuglinge, die während einer schmerzvollen medizinischen Behandlung wie etwa dem Blutabnehmen von der Mutter gestillt werden, zeigen deutlich weniger Anzeichen von Schmerz. Das berichten französische Mediziner in der Fachzeitschrift “British Medical Journal” (Bd. 326, S. 13).

Das Team um den Kinderarzt Ricardo Carbajal untersuchte bei 180 gesunden Neugeborenen das Schmerzverhalten beim Blutabnehmen. Von den 44 Babys, die während der Prozedur gestillt worden waren, zeigten achtzig Prozent kaum Anzeichen von Schmerz. 16 der Kinder reagierten sogar überhaupt nicht auf den schmerzhaften Einstich.

Bei Säuglingen, die lediglich von der Mutter im Arm gehalten worden waren, konnten die Mediziner dagegen keinen Einfluss auf die Schmerzempfindung der Kleinen feststellen. Welche Faktoren beim Stillen eine schmerzlindernde Wirkung haben, wissen die Forscher allerdings noch nicht.

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20. Februar 2003

Fettarme Diät beeinflusst Hormonhaushalt von Mädchen

Diäten mit fettarmer Kost beeinflussen den Hormonhaushalt von Mädchen in der Pubertät. Zu diesem Ergebnis kommt eine amerikanische Forschergruppe nach einer Studie an knapp dreihundert Mädchen. Über ihre Ergebnisse berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin Journal of the National Cancer Institute (Nr. 95, S. 132).

Die Mediziner um Joanne F. Dorgan vom Fox Chase Krebszentrum in Philadelphia (USA) hatten die Heranwachsenden über die ganze Pubertät hinweg regelmäßig nach ihren Essgewohnheiten befragt und die Konzentrationen wichtiger Sexualhormone bestimmt. Dabei zeigte sich, dass eine fettarme Ernährung mit deutlich geringeren Hormonspiegeln verbunden ist.

Was dieser Zusammenhang für die Gesundheit der Mädchen bedeuten kann, wissen die Forscher noch nicht. Studien an erwachsenen Frauen hatten unter anderem gezeigt, dass geringere Werte des Sexualhormons Östrogen mit einem niedrigeren Brustkrebsrisiko einhergehen.

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