18. April 2004

Mit einer Gicht ist nicht zu spassen

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Unter den vielen medizinisch-wissenschaftlichen Meldungen, die auch über allgemeine Medien, wie Fernsehen und Tageszeitungen verbreitet werden, war in diesen Tagen eine, nach der jetzt einwandfrei abgeklärt ist, dass erhöhter Alkoholkonsum – ausgenommen hiervon ist der Konsum von Wein - bei vielen Menschen den Säurespiegel des Harns so ansteigen lässt, dass hieraus eine Gichterkrankung entsteht.

Wer einmal einen akuten Gichtanfall mit starken Schmerzen erlebt hat, wird sich wünschen, diesen Zustand nie wieder zu erleben. Bei vielen Menschen entwickelt sich jedoch eine Gichterkrankung schleichend. Infolge der hohen Harnsäure bilden sich Calcium-Kristalle, die sich vorzugsweise in den Gelenken oder z.B., mit oft erheblichen Folgen, in der Niere ablagern.

Nahezu jeder kennt ältere Menschen mit knotigen Fingern, die wegen der auftretenden Schmerzen und Versteifungen kaum noch in der Lage sind ihre Hände bei den täglich notwendigen Verrichtungen zu verwenden. Solche Spätfolgen der Gicht können nicht mehr behoben, allenfalls gemildert werden.

Allerdings ist nicht nur Alkohol die Ursache für erhöhte Säurewerte Hierzu können zahlreiche andere Faktoren und Erkrankungen beitragen wie z.B. Übergewicht aufgrund falscher Ernährung oder Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit).

In vielen Fällen sind vorgebliche rheumatische Schmerzen ein erstes Anzeichen einer beginnenden Gicht, das heisst hier manifestiert sich eine Übersäuerung. Verantwortungsbewusste Hausärzte werden daher durch entsprechende Untersuchungen feststellen, ob eine „Hyperurikämie“ vorliegt.

Obwohl es heute gute Medikamente zur Behandlung eines akuten Gichtanfalls gibt und die Übersäuerung auch mit Hilfe von Medikamenten gesenkt werden kann, sollten diese Mittel nur als vorübergehende Massnahme eingesetzt werden.

Wichtiger ist es, grundsätzlich dafür zu sorgen, dass der Harnsäurespiegel nicht mehr über den Normalwert ansteigt oder auch durch alternative Massnahmen abgesenkt wird.

Hierzu zählt vor allem ein Kur in einem einschlägig bekannten Kurort, die bei allen Formen der Gichterkrankung – mit Ausnahme des akuten Gichtanfalls – Therapien in einem breiten Spektrum bietet.

Bei bereits aufgetretenen Gelenkschäden haben sich Badekuren in Thermen, mit Sole- und Kochsalzquellen, vor allem aber radonhaltigen Wässern sehr bewährt. Wenn infolge der Übersäuerung Arthrosen aufgetreten sind, können auch schwefelhaltige Thermalwasser eine Hilfe bringen.

Drei weitere Faktoren sind in die kurörtliche Therapie möglichst mit einzubeziehen:
1. eine Förderung der Harnmenge, bzw. deren Ausscheidung durch Trinken entsprechender Heilwässer und – bei Vorliegen einer gleichzeitigen Adiposatis (Übergewicht),
2. die Reduktion des Körpergewichtes durch eine Diät und schliesslich
3. Ernährungsberatung und Diät, die zu einer dauerhaften Einstellung auf eine purinarme (säuremindernde) Kost führt.

Gerade die möglichst komplexe Therapie bei Gichterkrankungen machen ein Kur zum Mittel der ersten Wahl, wobei die begleitende medikamentöse Behandlung, dann wenn es der Haus- oder Facharzt für erforderlich hält, gleichzeitig fortgesetzt werden sollte.

Im Bäder-Führer (http://www.baeder-fuehrer.de, .at und .ch) lassen sich zahlreiche Kurorte in Deutschland, Österreich und der Schweiz finden, wo die kurörtlichen Gegebenheiten für eine erfolgreiche Kur vorhanden sind. Weil die Gicht von den Kurverwaltungen häufig bei den erwähnten Indikationen nicht ausdrücklich erwähnt, sondern unter dem Sammelbegriff Stoffwechselerkrankungen verstanden wird, ist eine spezifische Rückfrage bei Kurorten mit dieser Indikationsangabe zu empfehlen.

Weitere Infos finden Sie hier …

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