Ethanol stimuliert das Wachstum von Blutgefäßen und damit auch das Tumorwachstum

Alkohol kann die Krebsentstehung vorantreiben: Er regt im Tumorgewebe die Produktion von Blutgefäßen an, wodurch der Tumor schneller wächst. Das haben amerikanische Wissenschaftler in Laborexperimenten an Hühnerembryonen nachgewiesen. Die Forscher um Jian-Wei Gu von der Universität von Mississippi in Oxford haben damit eine schlüssige These für einen Mechanismus vorgestellt, wie Alkohol die Krebsentstehung stimuliert. Ihre Ergebnisse stellen die Forscher in der Fachzeitschrift Cancer vor (Online-Vorabveröffentlichung vom 13. Dezember, DOI: 10.1002/cncr.20781).

Ein Zuviel an Bier, Wein oder Schnaps kann das Risiko für Krebs im Magen und Enddarm, in der Speiseröhre und der Leber erhöhen, haben bereits zahlreiche epidemiologischen Untersuchungen nachgewiesen. Wissenschaftler stellten zu diesem Zusammenhang viele Hypothesen auf, die jedoch nur schwer zu belegen sind. Jian-Wei Gu und seine Kollegen setzten nun Hühnerembryonen, die zuvor mit Krebsgewebe präpariert wurden, erhöhten Konzentrationen des Alkohols Ethanol aus. In Kontrollversuchen benutzten sie nur eine physiologische Kochsalzlösung.

Nach neun Tagen waren die Tumoren in den Embryonen der Ethanol-Gruppe doppelt so groß und wiesen viel mehr Blutgefäße auf als die in der Kontrollgruppe. Auch die Menge des Wachstumsfaktors VEGF, der das Zell- und Gefäßwachstum steuert, war deutlich erhöht. Je höher die Alkoholkonzentration in den Versuchen eingestellt wurde, desto aktiver war des Gen des Wachstumsfaktors – ein klarer Hinweis, dass der Alkohol das Gefäßwachstum der Tumoren verstärkt.
ddp/bdw – Martin Schäfer
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