Geburtsmonat beeinflusst MS-Risiko
Tags: SchwangereWer im Mai geboren wurde, trägt ein deutlich höheres Risiko, an Multipler Sklerose zu erkranken.
(jkm) - Das Risiko, an Multipler Sklerose zu erkranken, schwankt im Jahreslauf. Entsprechende Resultate präsentiert eine internationale Forschergruppe im “British Medical Journal”. In den von ihnen betrachteten Bevölkerungen war das Erkrankungsrisiko für im Mai Geborene deutlich erhöht, für im November Geborene dagegen deutlich reduziert.
Auch sind die jahreszeitlichen Schwankungen umso stärker, je häufiger die Entzündung des Nervensystems in den jeweiligen Ländern auftritt, berichten die Forscher um George Ebers von der University of Oxford. “Dies lässt vermuten, dass der jahreszeitliche Effekt mit die Prävalenz beeinflussenden Umweltfaktoren in Verbindung stehen könnte”, schreiben sie in einem online veröffentlichten Artikel. Einer dieser Faktoren sei vielleicht die Menge an Sonnenlicht, der Schwangere bzw. Säuglinge ausgesetzt seien, und damit auch die Menge des von ihnen produzierten Vitamin D.
Ebers und Kollegen analysierten Daten von über 29.000 kanadischen und britischen MS-Patienten. Als Vergleichsgruppe dienten die Allgemeinbevölkerung der Länder bzw. nicht erkrankte Geschwister der Patienten. In Kanada waren im Monat November 9 Prozent, in Großbritannien sogar 11 Prozent weniger künftige MS-Patienten geboren worden als erwartet. Umgekehrt waren auf den britischen Inseln im Mai 18 Prozent mehr künftige MS-Patienten geboren worden als erwartet. Am stärksten war der Effekt in Schottland, jener Region Großbritanniens mit den höchsten Erkrankungszahlen.
Betrachteten die Mediziner zusätzlich dänische und schwedische Patienten, zeichnete sich der jahreszeitliche Effekt noch deutlicher ab. “Diese Daten von in der nördlichen Hemisphäre geborenen MS-Patienten zeigen, dass im Mai Geborene ein 13 Prozent höheres Erkrankungsrisiko aufweisen als im November Geborene”, schreiben sie.
Dieser Befund stütze die Theorie, dass Umweltfaktoren während der Schwangerschaft und unmittelbar nach der Geburt die Entwicklung von Immun- bzw. Nervensystem und damit das Risiko einer Multiplen Sklerose im Erwachsenenalter beeinflussten.

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