26. Juli 2005

Herzuntersuchung mit Fingerspitzengefühl

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Neuer Test erkennt an den Gefäßen der Fingerspitzen Krankheiten wie Arteriosklerose

Frühe Stadien von Herzleiden lassen sich an den Fingerspitzen erkennen. Ein nichtinvasiver Test misst Veränderungen im Volumen der durch die Gefäße der Fingerspitzen gepumpten Blutmenge. Der von Piero Bonette von der Mayo-Klinik in Rochester und seinen Kollegen entwickelte Test nutzt aus, dass die für das Herz gefährliche Verkalkung meist alle Blutgefäße betrifft, also auch die der Fingerspitzen. Die Mediziner veröffentlichen ihre Ergebnisse im Fachmagazin Journal of the American College of Cardiology (Ausg. 44, Nr. 11, S. 2137).

Der neue Test deckt Fehlfunktionen im so genannten Endothel auf, einer Zellschicht, die die Blutgefäße auskleidet. Das Endothel schützt die Blutgefäße vor Verletzungen und verhindert, dass sich diese beim Pumpen des Blutes zu stark ausdehnen und wieder zusammenziehen. Damit sorgt es für den richtigen Blutdruck und -fluss durch die Adern. Funktioniert das Endothel nicht mehr richtig, weist dies auf krankhafte Veränderungen in den Blutgefäßen hin und somit auf frühe Stadien von Arteriosklerose und mögliche Herzschäden.

In ihrer Studie untersuchten die Mediziner 94 Patienten sowohl mit dem Fingerspitzentest als auch mit einer klassischen invasiven Methode. Mit beiden Verfahren fanden sie bei 55 Patienten Fehlfunktionen im Endothel der Herzkranzgefäße. Die Forscher sehen daher in dem Fingerspitzentest eine gute und ebenso zuverlässige Methode, gefährdete Patienten zu entdecken, bevor aufwändige invasive Methoden wie ein Angiogramm eingesetzt werden. Als weiteres Einsatzgebiet schlagen die Mediziner den Test bei Patienten vor, die bereits in Behandlung sind, um die Medikamente besser einstellen zu können.

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