26. Juli 2005

Hoher Obstverzehr schuetzt vor Lungenkrebs

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Neues aus der EPIC-Studie: Wer viele Fruechte isst, verringert damit offenbar sein Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Einen umgekehrten Zusammenhang zwischen Obstkonsum und Neuerkrankungen an Lungenkrebs zeigen aktuelle Daten aus EPIC (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition), der groessten europaeischen Studie zur Rolle von Ernaehrung, Lebensweise, Stoffwechsel und Erbfaktoren bei der Entstehung von Krebs und anderen chronischen Erkrankungen.

In der EPIC-Studie werden seit 1992 rund 500.000 Menschen in 10 europaeischen Laendern nach ihren Lebensgewohnheiten befragt und ihre Gesundheitsentwicklung beobachtet. Darueber hinaus stehen von allen Probanden Blutproben und Messwerte fuer weitere Analysen zur Verfuegung. Die Studie wird koordiniert von Professor Elio Riboli, Leiter der Nutrition and Cancer Unit bei der International Agency for Research on Cancer (IARC) in Lyon. Fuer die vorliegende Auswertung wurden Daten zur Nachbeobachtung bis 1998 beruecksichtigt, fuer einige Zentren sogar bis 2002. Waehrend dieser Zeit entwickelten 1074 Studienteilnehmer einen Lungenkrebs, von denen 860 fuer eine ausreichend detaillierte Analyse zur Verfuegung standen.

Ein europaeisches Wissenschaftlerteam unter Federfuehrung des ehemaligen Leiters der Abteilung fuer Klinische Epidemiologie im Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg, Professor Anthony B. Miller, nahm den Einfluss des Obst- und Gemueseverzehrs auf die Neuerkrankungsrate an Lungenkrebs gezielt in den Blick. Bei der Gewichtung der Ergebnisse legten die Experten besonderen Wert auf die Beruecksichtigung des Rauchverhaltens, um Verzerrungen zu vermeiden. Je nach Hoehe des Obst- und Gemueseverzehrs wurden die Probanden in fuenf gleich grosse Gruppen (Quintilen) aufgeteilt. Probanden aus der Quintile mit dem hoechsten Obstverzehr (ca. 500 Gramm pro Tag) zeigten im Vergleich zu Probanden mit dem niedrigsten Obstkonsum (weniger als 70 Gramm pro Tag) ein um 40 Prozent geringeres Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken (relatives Risiko 0,60). Der umgekehrte Zusammenhang zwischen Obstverzehr und Lungenkrebs wurde am staerksten deutlich bei Nordeuropaeern und bei Menschen, die zum Zeitpunkt der Erstbefragung Raucher waren. In der gesamten Studiengruppe konnten die Wissenschaftler keinen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Gemuese oder von bestimmten Gemuesesorten und Lungenkrebs nachweisen. Fuer die Gruppe der Raucher zeigt sich jedoch ebenfalls ein inverser Zusammenhang, also ein sinkendes Lungenkrebsrisiko mit steigendem Gemueseverzehr.

Bisher ist nicht bekannt, welche Naehrstoffe in Obst und Gemuese fuer den Schutzeffekt verantwortlich sind. “Wir vermuten, dass insbesondere die Kombination verschiedener Inhaltsstoffe, wie Antioxidanzien einschliesslich der Vitamine C und E oder sekundaere Pflanzenstoffe eine Rolle spielen”, erklaert Privatdozent Dr. Dr. Jakob Linseisen vom Deutschen Krebsforschungszentrum. Die EPIC-Daten unterstreichen die Empfehlungen an die Bevoelkerung, moeglichst viel frisches Obst und Gemuese zu essen. Dies soll jedoch insbesondere bei Rauchern nicht eine falsche Sicherheit vortaeuschen: Die Wirkung des Obstverzehrs ist klein im Vergleich dazu, was man bewirkt, wenn man mit dem Rauchen aufhoert!

Anthony B. Miller et al.: Fruits and Vegetables and Lung Cancer: Findings from the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition, Int. J. Cancer: 108, 269-276 (2004).

Das Deutsche Krebsforschungszentrum hat die Aufgabe, die Mechanismen der Krebsentstehung systematisch zu untersuchen und Krebsrisikofaktoren zu erfassen. Die Ergebnisse dieser Grundlagenforschung sollen zu neuen Ansaetzen in Vorbeugung, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen fuehren. Das Zentrum wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium fuer Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Wuerttemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF) e.V.

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