Johanniskraut wirksam gegen Depressionen
Tags:Tryptophanabbau wird gehemmt
Innsbruck (pte, 22. Dez 2004 08:10) - Wissenschaftlern von der Medizinischen Universität Innsbruck www.i-med.ac.at/ ist es gelungen, die Wirkungsweise des Johanniskrauts zu entschlüsseln. Johanniskraut gilt seit jeher als wirksames Mittel gegen Depressionen. Für die Entstehung und den Verlauf von Depressionserkrankungen sind Seratonin- und Tryptophanstoffwechsel entscheidend. Die Inhaltsstoffe des Johanniskrauts unterdrücken die Störung des Tryptophanhaushaltes, indem sie die Zytokinproduktion hemmen.
Frühere Studien der Universität Innsbruck waren zu dem Schluss gekommen, dass es bei Infektionskrankheiten oder Krebs zu einem verstärkten Abbau der essentiellen Aminosäure Tryptophan kommt. Die Ursache dafür liegt im Immunsystem als Teil seiner zellteilungshemmenden Wirkungen. Je stärker das Immunsystem belastet ist, desto mehr ist die Verfügbarkeit des Tryptophans beeinträchtigt und umso wahrscheinlicher ist auch die Entstehung depressiver Stimmungslagen.
In-Vitro-Experimente mit peripheren mononukleären Blutzellen haben ergeben, dass Extrakte von Johanniskraut biochemische Prozesse unterdrücken, die durch den während der Immunreaktion gebildeten Botenstoff Interferon-gamma induziert werden. Die Johanniskrautextrakte hemmen massiv den Tryptophanabbau. Genau genommen hemmen die Inhaltsstoffe die Zytokinproduktion, was zur Unterdrückung jener Immunaktivierungskaskaden führt, die für die Störung des Tryptophanhaushalts und die damit verbundene Depressionsneigung bei verschiedenen chronischen Krankheiten verantwortlich ist.
Ähnliche Artikel
- Studie: Johanniskraut bei Depressionen wirkungslos
- Johanniskraut kann Wirkung der Pille beeinträchtigen
- Johanniskraut ist wirkungslos bei schweren Depressionen
- Johanniskraut, früher auch Hartheu ( Hypericum perforatum)
- Johanniskraut: Neue wissenschaftliche Analyse zeigt klinische Wirksamkeit einzelner Extrakte

Leave a Reply