26. Juli 2005

Viele Jugendliche steürn auf Herzinfarkt zu

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Weltherztag: Deutsche Herzstiftung, Deutsche Gesellschaft für
Kardiologie und Krebsforschungszentrum warnen vor Übergewicht und
Zigarettensucht bei immer mehr Kindern(Frankfurt am Main/Düsseldorf/Heidelberg, 22. September 2004) Immer
mehr Jugendliche laufen in Deutschland Gefahr, in ihrem späteren Leben
einen Herzinfarkt zu erleiden. Denn Übergewicht, das neben der
Nikotin-Abhängigkeit zu den gefährlichsten Risikofaktoren für
Herzkreislauf-Erkrankungen zählt, droht sich unter Heranwachsenden
rasant auszubreiten. Anlässlich des Weltherztages am Sonntag, dem 26.
September fordern deshalb die Deutsche Herzstiftung, die Deutsche
Gesellschaft für Kardiologie und das Deutsche Krebsforschungszentrum,
in Schulen effektive Schutzmassnahmen zu etablieren: Der
Ernährungsunterricht muss endlich einen angemesseneren Platz im
Lehrplan erhalten. Der Sportunterricht sollte einen höheren Stellenwert
bekommen. Und auch das Rauchen muss auf Schulgeländen in allen
Bundesländern konseqünt verboten werden.

Jedes Jahr erleiden in Deutschland rund 270.000 Menschen einen
Herzinfarkt. Verantwortlich ist typischerweise eine
Herzkranzgefäss-Verkalkung, die über Jahre fortschreitet und die
Saürstoffversorgung des Herzmuskels kontinuierlich einschränkt. Zu den
Hauptschuldigen einer solchen Gefäss-Verkalkung zählt vor allem die
Zigaretten-Abhängigkeit sowie das Übergewicht, in dessen Folge es zu
Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und zu der Zuckerkrankheit
Diabetes mellitus kommt. Immer häufiger sind solche Risikofaktoren aber
nicht nur bei Erwachsenen anzutreffen, sondern auch schon im Kindes- und
Jugendalter. “11 bis 15 % der Schulanfänger haben heute bereits
Übergewicht”, betont Professor Dr. med. Helmut Gohlke, Chefarzt im
Herz-Zentrum Bad Krozingen. “Es ist zu befürchten, dass Deutschland dem
Trend der USA folgt, wo sich der Anteil übergewichtiger Kinder seit den
60er Jahren mehr als verdreifacht hat”, so die Mahnung des renommierten
Herzspezialisten.

Zum Weltherztag am Sonntag hat deshalb die Deutsche Herzstiftung
gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie und dem
Deutschen Krebsforschungszentrum eine umfangreiche Stellungnahme
verfasst, die konstruktive Vorschläge enthält, um Jugendliche effektiv
vor Übergewicht und Zigaretten-Abhängigkeit zu schützen. Ein
wichtiger Ansatzpunkt ist dabei die Ernährungslehre, die im Lehrplan
aller Schulen einen angemesseneren Platz erhalten muss. Zudem sollte
für ein gesundheitsförderndes Angebot an Pausen-Mahlzeiten gesorgt
werden. Anstatt fettreiche und süsse Gebäck-Teilchen anzubieten,
sollte auf dem Schulgelände der Kauf von Obst, Vollkornbroten und
Salaten ermöglicht werden.

Zudem müssen Schulen noch viel mehr dem Bewegungsmangel entgegenwirken,
der immer noch zu den Hauptverursachern von Übergewicht zählt und
heutzutage auch schon bei jungen Menschen weit verbreitet ist. “Aus
medizinischer Sicht ist die Zahl der wöchentlichen Sportstunden
dringend zu erhöhen”, betont Prof. Gohlke. “Allerdings sollte der
Leistungsgedanke nicht zu sehr im Vordergrund stehen. Vielmehr muss der
Spass an der Bewegung geweckt werden, damit die sportlichen Aktivitäten
auch im Erwachsenenalter über die Schulzeit hinaus fortgeführt
werden.”

Rauchen in Schulen verbieten
Mehr Engagement sollten viele Schulen auch im Kampf gegen die
Zigaretten-Abhängigkeit zeigen. Denn das Schulalter ist das typische
Einstiegsalter in die Zigarettensucht, von der viele Betroffene in ihrem
späteren Leben trotz grösster Anstrengungen nicht mehr wegkommen. Die
drei Organisationen fordern deshalb die Verantwortlichen aus Politik und
Gesellschaft dazu auf, endlich konseqünt in allen Bundesländern die
längst überfällige Gesetzesgrundlage für ein generelles Rauchverbot
in Schulen zu schaffen. Derzeit können vielerorts immer noch die
Schulleiter alleine oder in Abstimmung mit dem Elternbeirat das Rauchen
an ausgewiesenen Plätzen erlauben, sodass Raucher-Ecken in vielen
Bundesländern nach wie vor zum Alltagsbild der Schulen gehören.5. Weltherztag - Sonntag, 26. September 2004
Jedes Jahr am letzten Sonntag im September - Aufklärungsaktionen zum
Thema in rund 100 Nationen

Die Gefahren des Übergewichts:
- Übergewichtige Kinder haben im Vergleich zu normalgewichtigen
Altersgenossen ein etwa drei- bis fünffach erhöhtes Risiko, einen
Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, ehe sie das Alter von 65
erreichen.
- Weltweit sind 22 Millionen Kinder unter fünf Jahren fettleibig
- Fast 20 % der Kinder in Europa sind übergewichtig oder fettleibig
- Die höchsten Quoten werden in den südlichen Ländern Europas
beobachtet. Z. B. sind in Italien rund 36 % der Neunjährigen
übergewichtig oder fettleibig.
Qülle: European Heart Network (EHN) - Press release, September 2004

12/2004
Informationen:
Deutsche Herzstiftung e.V.
Pressestelle
Tel. 069/95 51 28-140
Fax: 069/95 51 28-313
könig@herzstiftung.de

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