26. Juli 2005

Warum Pneumokokken Alkohol und Nikotin lieben

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Alkohol und Rauch machen den Erregern der Lungenentzündung den Weg frei zur Lunge

Alkohol macht Menschen anfälliger für eine Lungenentzündung, da er den Bakterien den Weg in die Lunge erleichtert. Zigarettenrauch verstärkt diesen Effekt sogar noch, schließen amerikanische Forscher aus Experimenten an Ratten.

Alkoholiker und Raucher sind besonders anfällig für Lungeninfektionen, die durch Pneumokokken (Streptococci pneumoniae) ausgelöst werden. Gelangen diese Bakterien in den Körper, heften sie sich zuerst an die Zellen im Nasenrachenraum. Ist das Immunsystem geschwächt, können sie über die Luftröhre in die Lunge gelangen. Dazu müssen sie jedoch die Bewegung von haarähnlichen Strukturen, den so genannten Cilien, überwinden. Die Cilien sitzen an den Luftröhrenzellen und schlagen normalerweise nach oben aus, damit Schleim und Mikroorganismen nach oben befördert werden und nicht in die Lunge gelangen.

Die Forscher gaben nun Ratten Alkohol zu trinken und setzten sie dem Rauch von Zigaretten aus. Dabei konnten sie beobachten, dass der Alkohol den Cilienschlag beeinträchtigt und die Pneumokokken deshalb leichter in die Lunge gelangen. Durch das Rauchen wird dieser Effekt noch verstärkt, denn Rauch verletzt die Cilien und schwächt ihre Schlagkraft. Das Rauchen allein führt jedoch nicht zu einer stärkeren Besiedlung der Lunge, stellten die Forscher fest.

Alkoholiker sind aus verschiedenen Gründen anfälliger für Lungeninfektionen. “Sie haben einen abgeschwächten Würgereflex, und ein erhöhtes Risiko, dass Teilchen aus dem Nasenrachenraum und dem Magen in die Lunge gelangen”, erklärt Studienleiterin Martha Gentry-Nielsen. Zusätzlich sind die Abwehrreaktionen der Lunge eines Alkoholikers beeinträchtigt. Ist die Lunge einmal mit infektiösen Erregern befallen, hat sie Mühe, diese zu bewältigen. Da die Versuchsgruppe jedoch relativ klein war, warnen die Forscher vor definitiven Schlussfolgerungen über die negativen Auswirkungen von Alkohol und Rauch auf Lungeninfektionen.

Martha Gentry-Nielsen (Creighton-Universität, Omaha) et al.: Alcoholism: Clinical & Experimental Research (ACER), Mai-Ausgabe

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