26. July 2005

Wundheilung: Zu zweit geht es schneller

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Soziale Kontakte beschleunigen die Genesung - zumindest bei verletzten Hamstern

Wunden heilen in Gesellschaft eines Gefährten oder einer Gefährtin besser. Das haben amerikanische Wissenschaftler in Experimenten mit Hamstern gezeigt. Der soziale Kontakt wirkt Stressreaktionen entgegen, die sich negativ auf die Heilung auswirken. Über ihre Experimente berichten Courtney DeVries von der Universität von Ohio in Columbus im Fachblatt Psychoneuroendocrinology
(Ausg. 26, Bd. 8).

In ihren Experimenten fügten die Wissenschaftler den Hamstern kleine Wunden am Hals zu beobachteten die Wundheilung unter verschiedenen Stressbedingungen: Während ein Teil der Tiere zwei Stunden täglich in einer engen Plexiglasröhre verbringen musste, konnten sich die anderen frei in ihren Käfigen bewegen. Die Hälfte der Versuchstiere verbrachte die Zeit dabei mit einem Gefährten, die andere Hälfte musste allein bleiben. Der Stress der Plexiglasröhre in Kombination mit der Einsamkeit wirkte sich messbar auf den Heilungserfolg aus, ergab die Auswertung: Die Wunden dieser Tiere waren nach einem Tag noch 25 Prozent größer als die ihrer Artgenossen und holten diesen Heilungsrückstand erst innerhalb einer Woche auf.

Die Wissenschaftler führen diese Unterschiede auf das Stresshormon Cortisol zurück, das den Heilungsprozess verlangsamen kann. Im Blut gestresster, einsamer Tiere war die Konzentration dieses Botenstoffs deutlich höher als bei Tieren, denen während der Stresssituation ein Partner zur Seite stand, zeigten weitere Tests. Als Gegenspieler des Stresshormons und seiner negativen Wirkung auf die Heilung identifizierten die Wissenschaftler das Hormon Oxytocin. Es spielt neben der Steuerung von Geburten auch bei sozialen Kontakten eine Rolle und wird daher manchmal auch als “Kuschelhormon” bezeichnet. Mit regelmäßigen Gaben dieses Hormons konnten die Forscher auch bei einsamen Ratten eine schnellere Heilung bewirken.

Die Ergebnisse seien wohl auch auf den Menschen übertragbar, erklären die Forscher. Soziale Kontakte könnten die Genesung bei Diabetikern, Krebs- oder Aidspatienten beschleunigen, die mit verzögerter Wundheilung zu kämpfen hätten, erklärt DeVries.

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