Beiträge für August, 2005

30. August 2005

Was ist Moxa-Therapie?

Moxa, auch Moxibustion genannt, ist eine alternativmedizinische Behandlungsform und in China als eine Spielart der Akupunktur entstanden.

Man versteht darunter das Abbrennen von kleinen Mengen von Heilkräutern auf Akupunkturpunkten. Die im Ursprungsland in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) angewandte Behandlungsmethode wird hierzulande vorzugsweise von Heilpraktikern praktiziert.

Das Verfahren der Moxabehandlung wird mit einem älteren Namen auch als Moxibustion bezeichnet. Der Ausdruck setzt sich aus dem japanischen Pfanzennamen Mogusa (latinisiert Moxa, entspricht dem Echten Beifuß) und dem lateinischen Wortstamm buro = brennen zusammen. Der Name Moxibustion (Moxabrennen) ist zwar immer noch gebräuchlich, doch sollte der Bezeichnung Moxabehandlung der Vorzug gegeben werden. Beifuß (Artemisia vulgaris L.) ist eine Heil- und Gewürzpflanze. Die Blätter der Pflanze werden getrocknet, gereinigt und für die Behandlung als loses Kraut oder in stark zerkleinerter Form als ein watteartiges Pulver verwendet.

Mit der Moxa-Therapie wird über die Hitzeeinwirkung auf die Akupunkturpunkte das Meridiansystem stimuliert. Dadurch sollen die körpereigenen Energien wieder harmonisch fließen. Es gibt verschieden Methoden der Ausführung.

- Beifußkegel: Der Therapeut legt Ingwerscheiben auf die Akupunkturpunkte und entzündet auf diesen kleine Kegel aus getrocknetem Beifußkraut, welche ganz langsam abbrennen. Sobald der Patient ein Hitzegefühl im Akupunkturpunkt spürt, wird der Kegel zum nächsten Akupunkturpunkt geschoben. Jeder Punkt wird mehrmals erhitzt, bis die Haut deutlich gerötet ist.

- Moxazigarre: Der Therapeut entzündet eine Moxazigarre (in dünnes Papier gerollte Stangen aus Beifußpulver) und nähert die glühende Spitze dem Akupunkturpunkt auf ungefähr einen halben Zentimeter bis der Patient ein deutliches Hitzegefühl spürt. Dann entfernt er sie wieder kurz, nähert sich und wiederholt dies an insgesamt verschiedenen Punkten, bis die Haut an den Stellen deutlich gerötet ist.

- Nadel-Moxa: mit speziellen Nadeln leitet der Therapeut die Hitze des verglühenden Beifußpulvers direkt ins Gewebe.

Die Hauptanwendungsgebiete der Moxa-Therapie sind Schwächezustände nach chronischen Erkrankungen, besonders der Atemwege. Moxa darf nicht im Gesicht, am Kopf oder in der Nähe von Schleimhäuten angewendet werden. Auch bei Fieber, akuten Erkrankungen, während der Menstruation sowie bei übermäßiger Nervosität und Schlaflosigkeit sollte diese Technik nicht eingesetzt werden. Bei unsachgemäßer Anwendung besteht die Gefahr von Brandwunden.

In der traditionellen chinesischen Medizin wird die Moxa-Therapie nicht nur zur Heilung angewendet. Beliebt ist sie auch zur Vorbeugung von Krankheiten. So besagt ein Sprichwort, dass keine weite Reise unternommen werden soll, ohne vorher das Qi, die Lebensenergie, durch Moxa angereichert zu haben.

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30. August 2005

Erhöhte Zuckerwerte könnten Alzheimer fördern

Ein gestörter Zuckerstoffwechsel mit erhöhten Insulinmengen im Blut könnte ein Risikofaktor für Alzheimer sein: Amerikanische Wissenschaftler haben entdeckt, dass selbst ein relativ geringer Anstieg des Insulinspiegels die Mengen bestimmter Substanzen in Blut und Gehirnflüssigkeit erhöht, die als Schlüsselfaktoren bei der Entstehung von Alzheimer gelten. Die getesteten Insulinmengen entsprachen dabei in etwa denen, die bei Diabetikern oder Menschen mit Übergewicht auftreten.

Bereits in früheren Studien fanden Forscher Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen erhöhten Insulinwerten und einer gesteigerten Entzündungsaktivität im Körper. Entzündungsreaktionen stehen im Verdacht, einer der Hauptauslöser für Alzheimersche Krankheit zu sein. Ein weiterer Verdächtiger dabei ist das so genannte Abeta-Peptid, das der Hauptbestandteil der typischen Proteinablagerungen im Gehirn von Alzheimerpatienten ist: Ein Anstieg der Abeta-Konzentration im Blut gilt ebenfalls als wichtiger Risikofaktor für Alzheimer.

Um den Zusammenhang zwischen diesen Faktoren genauer zu untersuchen, erhöhten die Wissenschaftler bei 16 gesunden älteren Freiwilligen künstlich die Insulinwerte. Anschließend bestimmten sie die Konzentration verschiedener Entzündungsfaktoren und des Abeta-Peptids im Blut und in der Gehirnflüssigkeit der Probanden. Das Ergebnis: Obwohl die Forscher den Insulinspiegel nur moderat beeinflusst hatten, stiegen sowohl Entzündungsfaktoren als auch Abeta sehr deutlich an.

Erhöhte Insulinspiegel sind typisch für Menschen mit Diabetes oder einer so genannten Insulinresistenz, einer Vorstufe der Zuckerkrankheit. Sie gehen häufig mit anderen Stoffwechsel- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck einher. Besonders im Hinblick auf den dramatischen Anstieg dieser Krankheiten in der Bevölkerung sei der mögliche Zusammenhang mit einem gesteigerten Alzheimerrisiko bedenklich, schreiben die Forscher. Die Entdeckung könnte jedoch auch helfen, neue und effizientere Vorbeugungsmaßnahmen gegen die bislang nicht heilbare Alzheimersche Demenz zu entwickeln.

Mark Fishel (Universität von Washington, Seattle) et al.: Archives of Neurology, Bd. 62, S. 1

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30. August 2005

Lecithin gegen chronische Dickdarmentzündung

Wissenschaftler der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg www.klinikum.uni-heidelberg.de haben erstmals ein vielversprechendes Medikament gegen die chronische Dickdarmentzündung Colitis ulcerosa getestet. Das im Fettgemisch Lecithin enthaltene und darin speziell aufbereitete Fett Phosphatidylcholin hat nicht nur die Beschwerden gelindert, sondern sogar zu einer vollständigen Heilung geführt, berichten die Forscher im Fachmagazin “Gut” gut.bmjjournals.com.

Die Erkrankung Colitis ulcerosa beginnt meist im jungen Erwachsenenalter. Blutige Durchfälle und heftige Schmerzen durch Geschwüre im Dickdarm prägen das Krankheitsbild. Die Ursache der Krankheit, die zum Teil ein Leben lang dauert, ist nicht bekannt. Zudem erhöht sich das Risiko für Darmkrebs bei Colitis-Patienten um ein vielfaches. Die bisher angebotenen Medikamente, wie entzündungshemmendes Kortison, haben erhebliche Nebenwirkungen.

Das Team um Wolfgang Stremmel von der Abteilung Gastroenterologie beschäftigt sich seit Jahren mit der Hypothese, dass bei Colitis ulcerosa die Schleimschicht auf den Darmzellen nicht mehr ausreichend Schutz vor Bakterien oder anderen Entzündungsauslösern bietet. Die Forscher haben entdeckt, dass Phosphatidylcholin ein wesentlicher Bestandteil der intakten Schleimbarriere im Darm ist. Patienten mit Colitis ulcerosa haben aber weniger von diesem speziellen Fett. In der Studie an 60 Patienten enthielt eine Kontrollgruppe Lecithin, die andere ein Placebo. Das Fett wurde künstlich verpackt, so dass es von Verdauungsenzymen nicht angegriffen werden konnte und langsam im unteren Dünndarm freigesetzt wurde. Dort wurde es in den Schleim eingewoben und bot einen effektiven Schutz in hoher Konzentration.

Die Studienergebnisse waren interessant: Bei rund 90 Prozent der mit Lecithin behandelten Patienten besserten sich innerhalb von drei Monaten die Beschwerden deutlich. Rund 60 Prozent gesundeten sogar unter der Therapie, ohne dass Nebenwirkungen auftraten. Das Heidelberger Team will die Ergebnisse in einer größeren Studie klinisch überprüfen. Möglicherweise könnten die Schleimhaut schützenden Fette auch bei anderen Darmerkrankungen wirken und vielleicht sogar zur Vorbeugung gegen Darmkrebs eingesetzt werden.

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30. August 2005

Stress verzögert Wundheilung

Stress verzögert die Wundheilung. Zumindest bei Mäusen ist dieser Satz zutreffend, wie ein Forscherteam der University of Illinois in Chicago UIC www.uic.edu festgestellt hat. Extra Sauerstoff kann die Wundheilung allerdings wieder beschleunigen, berichten die Wissenschaftler.
Der Dentalforscher Phillip Marucha und sein Forscherteam von UIC College of Dentistry haben festgestellt, das psychischer Stress die Verheilung bei offenen Wunden bei Mäusen um mehr als 45 Prozent verzögert. Verantwortlich dafür ist eine ganze Reihe zellulärer und genetischer Abläufe, berichten die Experten. “Jene Zellen, die normalerweise Gewebe nachbilden, konnten nicht differenzieren wie sie das unter normalen Umständen tun”, erklärt Marucha. Als die Tiere mit Überdruck-Sauerstoff behandelt wurden, setzte die Wundheilung allerdings wieder normal ein.
Nach Erkenntnissen der Forscher entzieht der Stress dem Gewebe Sauerstoff. “Sauerstoff aktiviert allerdings die Entzündungszellen des Immunsystems und dadurch beginnt der Heilungsprozess zu laufen”, erklärt Marucha. Darüber hinaus verhindern Sauerstoffderivate die Bildung von Bakterien in Wunden.

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30. August 2005

Fruchtzucker macht schneller dick

Fruchtzuckerhaltige Getränke tragen stärker zum Aufbau von Fettpolstern bei als Limonaden mit gewöhnlichem Haushaltszucker. Das fanden Forscher um Matthias Tschöp von der Universität in Cincinnati bei Fütterungsversuchen mit Mäusen heraus. Mäuse, die Getränke mit Fruchtzucker zu sich nahmen, reduzierten zwar ihre Kalorienzufuhr, doch sie nahmen stärker zu als Mäuse, die mit gewöhnlichem Haushaltszucker gesüßte Getränke oder einfach nur Wasser zu sich nahmen.

In den Fütterungsversuchen der Studie nahmen die Mäuse, die Fruktosewasser zu trinken bekamen, insgesamt am wenigsten Kalorien auf, da sie von sich aus weniger festes Futter fraßen. Dennoch hatten sie in wenigen Wochen deutlich mehr Körperfett angesetzt: Wogen sie zu Beginn der Studie durchschnittlich 39 Gramm, brachte sie Fruktosewasser innerhalb weniger Wochen auf 48 Gramm. Weniger als 44 Gramm wogen dagegen die wassertrinkenden Mäuse und die Tiere, die mit gewöhnlichem Zucker gesüßte Softdrinks zu sich genommen hatten. Mit Fruktose gefütterte Mäuse wiesen dabei sogar 90 Prozent mehr Körperfett auf als die wassertrinkenden Tiere.

Eine mögliche Erklärung für diesen Effekt liefert eine frühere Studie: Demnach sprechen die Hormone Leptin, Insulin und Ghrelin, die die Nahrungsaufnahme regulieren, auf Fruktose anders an als auf sonstige Kohlenhydrate wie Haushaltszucker. Ähnlich wie bestimmte Fette in der Nahrung scheint Fruktose nicht die vollständigen Hormonfunktionen auszulösen, die die Nahrungsaufnahme langfristig kontrollieren und den Energiehaushalt steuern, vermuten die Forscher. Möglicherweise verarbeitet auch die Leber Fruktose anders als andere Kohlenhydrate.

Zuckerhaltige, kohlensäurehaltige Getränke, einige Säfte und andere süße Lebensmittel gelten schon länger als einer der Hauptgründe für das zunehmende Übergewicht in der Bevölkerung. Meist enthalten sie Haushaltszucker, Traubenzucker (Glukose) oder Fruchtzucker (Fruktose). Studien am Menschen sollen nun zeigen, ob Fruktosesirup als Getränkezutat direkt mit der steigenden Anzahl Übergewichtiger zusammenhängt.

Matthias Tröpsch, University of Cincinnati

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30. August 2005

US-Reis enthält viel Arsen

US-amerikanischer Reis enthält nach jüngsten Berichten im Online Magazin Nature www.nature.com große Mengen an Arsen. Die Mengen sind nach Untersuchungen von Andrew Meharg von der University of Aberdeen zwischen 1,4 und fünf Mal höher als in Reis aus Europa, Indien oder Bangladesh. Experten fürchten, dass bei einer reinen Reisdiät die von der WHO vorgeschlagenen Werte überstiegen werden. Etwa die Hälfte des Reises der in den USA angebaut wird, geht in den Export.

Es ist allerdings bis jetzt nicht erforscht, ob die Werte tatsächlich gefährlich hoch sind, meint Meharg. Forscher in Taiwan hatten in vorhergehenden Untersuchungen allerdings darauf hingewiesen, dass arsenverseuchter Reis zu einer erhöhten Blasenkrebsrate führt. Das Forschungsteam um Meharg nimmt an, dass die Ursache für die hohen Arsenwerte in der Vergangenheit zu suchen ist: Zahlreiche Reisfelder sind dort entstanden, wo einst Baumwolle angebaut wurde. Das betreffe vor allem die Bundesstaaten Mississippi und Arkansas, da dort Reis Baumwolle ersetzt hat. Dazu wurden allerdings spezielle Reissorten gezüchtet, denen die hohe Arsenbelastung des Bodens nichts anhaben kann.

Nach Angaben von Meharg ist damit das Problem aber keineswegs gelöst, denn der Reis enthält das Arsen aus dem Boden. “Es ist keine gute Idee auf den einstigen Baumwollfeldern Reis anzubauen”, meint der Forscher. In Untersuchungen hatte Meharg festgestellt, dass die Arsenwerte im US-Reis durchschnittlich bei 0,26 Mikrogramm pro Gramm Reis lagen. Im Vergleich dazu kam indischer Reis auf nur 0,05 Mikrogramm und Reis aus Europa und Bangladesh, das mit hohen Arsenwerten im Grundwasser zu kämpfen hat, auf 0,15 Mikrogramm.

“Wie schädlich der Reis tatsächlich ist, wagt derzeit niemand zu sagen”, meint der Umweltchemiker John Duxbury von der Cornell-University in Ithaca/New York. Die Experten weisen daraufhin, dass nicht-organisches Arsen, wie es im Trinkwasser vorkommt, etwa fünf bis zehnmal giftiger ist, als das organische, das in Reis in Kohlenstoff-Molekülen gepackt ist. Meharg fand heraus, dass nur 42 Prozent des Arsens im US-Reis nicht-organisch war, hingegen aber 81 Prozent des Arsens im indischen Reis. Dennoch kann auch organisches Arsen zu Gesundheitsproblemen führen, da es sich im Körper umwandeln kann.

Derzeit sind in den USA verschiedene Arten von Pestiziden und Herbiziden, die Arsen enthalten in Verwendung. “Zurzeit werden diese auf Herz und Nieren auf ihre Sicherheit hin geprüft”, erklärt Enesta Jones von der Environmental Protection Agency. Ergebnisse sollen im kommenden Jahr veröffentlicht werden.

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