Beiträge für Juni, 2006

29. Juni 2006

Union: Mutter-Kind-Kuren müssen Pflichtleistung werden

Die Union hat gefordert, Mutter-Kind-Kuren von der Regel- in die Pflichtversorgung der gesetzlichen Krankenkassen zu überführen. Dafür wolle die Bundestagsfraktion die notwendigen gesetzlichen Schritte kurzfristig prüfen, kündigte die Vorsitzende der Fraktions-Arbeitsgruppe Gesundheit, Annette Widmann-Mauz (CDU), am Donnerstag in Berlin an. Die Bewilligungspraxis der Krankenkassen in dem Bereich nannte die Politikerin nicht nachvollziehbar.

In einer internen Anhörung des Bundestags-Gesundheitsausschusses am Mittwoch hatten Experten beklagt, dass die Krankenkassen mittlerweile durchschnittlich 35 Prozent der Anträge auf Mutter-Kind-Kuren ablehnten. Zudem ging die Zahl der Bewilligungen nach Angaben der Bundesregierung von 1999 bis 2004 von rund 229.000 auf 131.000 zurück. Allein im ersten Quartal 2006 hätten die Kassen ihre Ausgaben für diesen Bereich um 26,7 Prozent reduziert.

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22. Juni 2006

Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e.V.

Ansprechpartnerin:
Dipl. oec. troph. Brigitte Herbst

Postanschrift:
Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e.V.
DGEM-Infostelle
Olivaer Platz 7
10707 Berlin

Tel: +49 / (0)30 - 88 91 28 52
Fax: +49 / (0)30 - 88 91 28 39

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20. Juni 2006

Anti-Aging-Bier als neuer Wellness-Trend

Eine Innovation gefördert durch das BMWi-Programm “Netzwerkmanagement- Ost (NEMO)”

Bier gilt gemeinhin nicht als klassisches Wellness-Getränk. Nicht nur im Deutschen wird ein dicker Bauch auch sprachlich in Beziehung zum Biergenuss seines Trägers gesetzt. Das tut der Beliebtheit des Biers allerdings keinen Abbruch: Es ist heute das in Deutschland und vielen anderen Ländern meistgetrunkene alkoholische Getränk. (more…)

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13. Juni 2006

Wie Insulin wieder besser wirkt

Neuer Therapieansatz könnte Behandlung von Diabetes verbessern

Ein amerikanisch-kanadisches Forscherteam hat einen neuen Ansatz für die Behandlung des so genannten Altersdiabetes entdeckt: Durch das Ausschalten eines Eiweißes wird die beim Diabetes vom Typ 2 herabgesetzte Empfindlichkeit für Insulin wieder verbessert, so dass deutlich geringere Mengen des Hormons für die Regulierung des Blutzuckerspiegels ausreichen. Das schließen kanadische Forscher aus einer Studie an genmanipulierten Mäusen.

Die Hauptursache für die Stoffwechselkrankheit Diabetes mellitus Typ 2 ist eine verminderte Wirkung des Hormons Insulin. Dieses bewirkt, dass Traubenzucker, das Abbauprodukt der mit der Nahrung aufgenommenen Kohlenhydrate, beispielsweise in die Leber- und Muskelzellen gelangt und dort zur Energiegewinnung verwendet wird. Insulin hemmt zudem in der Leber die Neubildung des Zuckers. Wirkt das Insulin nicht richtig, wird einerseits also der Traubenzucker nicht in die Zellen aufgenommen, sondern bleibt im Blut, während andererseits die Zuckerbildung in der Leber nicht mehr gehemmt wird. Das Resultat ist ein erhöhter Blutzuckerspiegel.

André Marette und seine Kollegen haben nun festgestellt, dass das Eiweiß SHP-1 für die Kontrolle des Blutzuckerspiegels eine wichtige Rolle spielt. Die Forscher untersuchten in ihrer Studie genetisch veränderte Mäuse, die entweder nur wenig oder gar kein SHP-1 produzierten. “Diese Mäuse reagierten sehr empfindlich auf gespritztes Insulin und konnten den Traubenzucker in der Leber und den Muskeln sehr effizient verstoffwechseln”, erklärt Marette. Ihre Blutzuckerwerte seien deshalb niedriger gewesen als diejenigen ihrer Artgenossen, bei denen die SHP-1-Produktion normal funktionierte.

Laut den Wissenschaftlern lassen die Resultate vermuten, dass das Eiweiß SHP-1 die Wirkung von Insulin in den Muskeln und der Leber abschwächt. Dies geschehe, indem das Protein diejenigen Stellen auf den Zellen verändere, an denen normalerweise das Insulin andocke, so Marette. Somit könne das Hormon die Aufnahme des Zuckers nicht mehr verhindern. “Indem wir die Wirkung des SHP-1 hemmen, wird es künftig vielleicht möglich, den Blutzuckerspiegel besser zu kontrollieren”, hofft Marette. Allerdings müsse berücksichtigt werden, dass das Protein auch eine wichtige Rolle für das Immunsystem spiele, sagt der Forscher. Diese Funktion dürfe nicht beeinträchtigt werden. Die bisherigen Resultate gelten zwar lediglich für Mäuse, doch auch der Mensch produziert das Eiweiß SHP-1. Welche Rolle dieses aber in der Regulation des menschlichen Zuckerstoffwechsels spielt, ist laut den Forschern noch unklar.

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13. Juni 2006

Zecken: Blutsauger und blinde Passagiere

„So schlimm ist es nicht“, betont Dr. Klaus-Peter Hunfeld von der Frankfurter Medizinischen Gesellschaft leer

Die jüngsten Berichte in der Boulevardpresse über die Bedrohung durch Zecken auch in deutschen Parks und Gärten haben die allgemeinen Befürchtungen weiter verstärkt.

„Wenn das so wäre, müssten wir in ganz Frankfurt an allen Parks Warnschilder aufstellen. Aber so schlimm ist es nicht“, betonte Dr. Klaus-Peter Hunfeld jetzt bei einer Sondersitzung der Frankfurter Medizinischen Gesellschaft, bei der es um neue Erkenntnisse zu den Infektionskrankheiten ging, die von Zecken übertragen werden.

Die Diskussion darüber werde zum Teil „hoch emotional“ geführt, kritisierte Hunfeld, und verwies auf die in den Medien gerne präsentierten Horrorbilder der in extremer Vergrößerung dargestellten Blutsauger.

Auf der anderen Seite gebe es in der Forschung und der Erfassung der Krankheiten noch einen großen Nachholbedarf: „Wir wissen wenig, es gibt keine bundesweite Meldepflicht für Lyme-Borreliose“.

Nur in den neuen Bundesländern werden neue Krankheitsfälle derzeit statistisch erfasst. So muss man sich insgesamt auf Schätzungen beschränken: Etwa 40 000 bis 60 000 Neuerkrankungen an Borreliose gebe es pro Jahr in Deutschland. Das ist freilich alarmierend genug.

Hunfeld arbeitet am Institut für Medizinische Mikrobiologie der Frankfurter Universitätsklinik, das bei der Erforschung der Lyme-Borreliose bundesweit führend ist. Institutsleiter Professor Volker Brade verwies in seiner Einführung auf immer noch verbreitete Fehlinformationen bezüglich der Übertragungswege:

„Man findet Zecken niemals auf Bäumen, sie sind ausgesprochen lauffaul. Vor allem sind sie an niedrigen Sträuchern und Gräsern zu finden, von denen sie abgestreift werden.“ Auch der gebräuchliche Begriff „Zeckenbiss“ sei falsch. „Zecken stechen, sie können nicht beißen.“

Sie verfügen über sehr empfindliche Tastorgane, mit denen sie ihre Opfer aufspüren. Überträger von Borrelien und anderen Bakterien sind überwiegend halbwüchsige Zecken, so genannte Nymphen. Am meisten verbreitet ist die Unterspezies Borrelia burgdorferi.

Wie Hunfelds Kollege Dr. Peter Kraiczy in seinem Vortrag über den „Immunescape von Borrelien“ nachwies, verfügen die Bakterien über einen komplexen genetischen Aufbau, der es ihnen ermöglicht, „aus dem Blutkreislauf in benachbartes Gewebe einzudringen, ohne der Immunabwehr des Körpers zum Opfer zu fallen.“

Manche Borrelien-Stämme tarnen sich dabei als menschliche Zellen. Die Frankfurter Wissenschaftler haben kürzlich die Struktur eines Proteins entschlüsselt, das auf der Oberfläche der Borrelien zu finden ist und menschliches Eiweiß bindet, so dass der Erreger von der Immunabwehr nicht als körperfremd identifiziert werden kann. Diese Ergebnisse können für neue Behandlungsstrategien genutzt werden.

Schätzungsweise 20 Prozent der Zecken, so Hunfeld, seien mit Borrelien infiziert, der Stich von infizierten Zecken führe in etwa fünf Prozent der Fälle zu einer Erkrankung. Da das Erkrankungsrisiko insgesamt nur bei einem Prozent liege, sei es nicht angezeigt, nach jedem Zeckenstich prophylaktisch Antibiotika zu verabreichen, sondern nur dann wenn ein Nachweis einer Erkrankung vorliege.

In 85 Prozent der Fälle ist ein Erythem, eine ringförmige Hautrötung an der Einstichstelle, das erste Erscheinungsbild einer Borreliose. In zehn Prozent der Fälle kommt es zu einer Neuroborreliose, die das Nervensystem angreift. Die von Zecken übertragene Krankheit mache somit inzwischen „der Syphilis Konkurrenz“.

Ausführlich widmete sich Hunfeld dem Erregernachweis – entweder indirekt durch die Reaktionen von Antikörpern oder durch die PCR-Technik (Polymerase Chain Reaction), bei der DNA-Kopien untersucht werden. „Es ist inzwischen eine Vielzahl von Testsystemen auf dem Markt, was nicht unbedingt bedeutet, dass die Diagnose einfacher wird“, erklärte der Mediziner.

Einige Verfahren fielen in den Bereich des Para-Medinischen. Bei der Therapie haben sich Antibiotika bewährt, die in den drei Stadien einer Borrelien-Erkrankung abgestuft eingesetzt werden. Derzeit werden neu entwickelte Antibiotika erprobt, da Borrelien in einigen Fällen die bisher üblichen Therapien überlebt haben.

Weitgehend unerforscht sind andere „blinde Passagiere“, die nach einem Zeckenstich in das menschliche Blut gelangen können, wie zum Beispiel Ehrlichiose und Babesiose. Hunfeld berichtete von einem unter Hautveränderungen, Fieberanfällen und Niereninsuffizienz leidenden Patienten, der offenkundig von Parasiten befallen war, wobei man zunächst eine Malariainfektion vermutete, bis durch genauere Untersuchungen eine Babesiose festgestellt wurde.

Bislang sind in Europa 40 Fälle bekannt, während die Ehrlichiose in Europa noch nicht klinisch erfasst wurde. Auch bei diesen seltenen Infektionen ist in der Regel eine Antibiotika-Therapie erfolgreich. In der Diskussion ging es auch um die rechtzeitige und fachgerechte Entfernung von Zecken.

Wichtig sei es, sich selbst und insbesondere Kinder nach einem Spaziergang durch hohes Gras und Strauchwerk nach Zecken abzusuchen. Da Borrelien erst nach längerem Saugen durch den Speichel der Zecke in den menschlichen Körper gelangen, ist eine Infektion nach Angaben der Frankfurter Wissenschaftler eher unwahrscheinlich, wenn die Zecke innerhalb von 24 bis 48 Stunden entfernt wird.

Während man sich gegen die Gefahren der ebenfalls durch Zecken übertragenen Viruserkrankung FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) vorsorglich impfen lassen kann, ist ein zuverlässiger Impfstoff gegen die in Europa verbreiteten Borreliose-Stämme noch nicht verfügbar. „Es wird in vielen Labors daran gearbeitet“, erklärte Hunfeld, „das ist aber alles noch im experimentellen Stadium.“

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13. Juni 2006

Migränemittel: Experten warnen vor Selbstdiagnose

Das Migränemittel Naratriptan ist ab dem 1. Juni rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) rät jedoch von einer Selbstbehandlung ohne vorausgegangene ärztliche Diagnose einer Migräne ab.

Insbesondere bei der Erstdiagnose einer Migräne müssen andere Erkrankungen durch eine fachgerechte Befunderhebung und Untersuchung ausgeschlossen werden. Dies gilt auch für Änderungen der Symptome bei einer bereits bekannten Migräne. Eine solche Untersuchung kann jedoch nur durch einen erfahrenen Arzt erfolgen, da sie die Kenntnis der diagnostischen Kriterien einer Migräne voraussetzt.

Nun wird das Migränemittel Naratriptan aus der Rezeptpflicht entlassen. Größere Packungen werden jedoch weiterhin rezeptpflichtig sein. Naratriptan gehört zur Gruppe der Triptane. Das sind keine Schmerzmittel, sondern Triptane sind spezifisch nur bei Migräne oder Clusterkopfschmerz wirksam. Sie sind daher nicht mit unspezifischen Schmerzmitteln wie Acetylsalicylsäure oder Paracetamol vergleichbar.

Bei Patienten mit Gefäß-, Herz- und Kreislauferkrankungen können Triptane gefährliche unerwünschte Nebenwirkungen verursachen. Ob eine Behandlung mit einem Triptan sinnvoll ist oder ob Kontraindikationen vorliegen, kann nur der Arzt aufgrund einer Befunderhebung und Untersuchung feststellen.

Es ist jedoch geplant, anlässlich der Freigabe von Naratriptan die Diagnose einer Migräne einschließlich der Risiken einer Behandlung mittels eines kurzen Fragebogens in der Apotheke durchführen zu lassen. Dies hält die DMKG für unzureichend. Auch die rechtliche Verbindlichkeit eines ?Risikochecks? durch einen Apotheker oder durch Angestellte einer Apotheke ist bis heute nicht geregelt.

Die DMKG warnt daher davor, Erstdiagnosen von Kopfschmerzen und das Vorliegen von Kontraindikationen gegen Triptane außerhalb der ärztlichen Praxis festzustellen.

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