Beiträge für Januar, 2008

31. Januar 2008

Immunglobuline bei CIDP: Größte internationale Studie unter führender Beteiligung der Neurologischen Klinik belegt Langzeitwirksamkeit

Neuropathien sind Erkrankungen des peripheren Nervensystems. Für eine bestimmte Form dieser Schädigungen, das so genannte CIDP (chronisch- inflammatorische demyelinisierende Polyradikuloneuropathie), wurde jetzt in einer multinationalen Studie belegt, dass betroffene Patienten von einer Therapie mit Immunglobulinen profitieren können.
Die vermutete Autoimmunerkrankung entwickelt sich über Monate und geht mit Lähmungserscheinungen und Sensibilitätsstörungen einher, die zur Schwerbehinderung und zum Tod führen können. Professor Dr. Hans-Peter Hartung, Direktor der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums Düsseldorf, war als Mitglied des Steuerungskomitees an der in Europa, Australien und Nordamerika durchgeführten Studie wesentlich beteiligt.

Die Ergebnisse dieser bislang größten Therapiestudie (die sog. ICE Studie) zu dieser Erkrankung sind soeben in der Fachzeitschrift „Lancet Neurology“ (Lancet Neurology 2008; 7) publiziert worden.

Sie belegen nachdrücklich die therapeutische Wirksamkeit von intravenösen Immunglobulinen und zeigen erstmals die Langzeitwirksamkeit dieser immunmodulierenden Behandlung auf.

Studiendesign:
Trotz aller Maßnahmen versterben auch heute noch Patienten an CIPD.
117 Patienten nahmen an dieser randomisierten, doppel-blind, placebo- kontrollierten Cross-Over-Studie teil. Während der initialen Behandlungsperiode erhielten Patienten intravenöses Immunglobulin (IGIV-C) oder Placebo alle drei Wochen für sechs Monate. Patienten, die auf ihre jeweilige Behandlung nicht ansprachen und sich bzgl.
Ihres neurologischen Behinderungszustandes verschlechterten, erhielten die alternative Therapie in einer Cross-Over-Periode. Die primäre Zielgröße war der Anteil jener Patienten, die sich um einen definierten Wert auf einer Behinderungsskala verbesserten. Patienten mit Verbesserung wurden dann weitere sechs Monate unter verblindeten Bedingungen beobachtet. Dann wurde analysiert, welcher Prozentsatz der Patienten aus beiden Therapiearmen einen Rückfall erlitt. 54 Prozent der IGIV-C behandelten Patienten verbesserten sich während der ersten sechs Monate im Vergleich zu 21 Prozent der Placebo behandelten. Mit Placebo behandelte Patienten erlitten signifikant häufiger einen Rückfall während der darauf folgenden sechsmonatigen Beobachtungsperiode.

Publikation: Lancet Neurology 2008; 7: 136-144.

Kontakt: Prof. Hans-Peter Hartung Tel.: 0211 / 81-17880

wellnes
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31. Januar 2008

Tiefe Hirnstimulation verbessert das Gedächtnis

Die elektrische Stimulation von tief im Inneren des Gehirns liegenden Bereichen könnte das Gedächtnis verbessern. Ärzte des Toronto Western Hospital www.uhn.ca/TWH erkannten das zufällig als sie versuchten, einen krankhaft fettsüchtigen Patienten mittels tiefer Hirnstimulation zu behandeln. Die Stimulation führte dazu, dass der Mann lebhafte Erinnerungen an längst vergangene Ereignisse hatte. Die in den Annals of Neurology www3.interscience.wiley.com/journal/76507645/home veröffentlichte Studie könnte einen Weg ebnen, mit diesem Ansatz Krankheiten wie Alzheimer zu behandeln.

Der leitende Wissenschaftler Andres Lozano betonte, dass dieser Einzelfall völlig unerwartet eingetreten sei. “Wir haben aber sofort erkannt, dass das wichtig ist. Wir sind von diesem Ansatz ausreichend überzeugt, um weiterzuforschen.” Das Team hatte versucht, einem 50-jährigen fettsüchtigen Mann zu helfen, der an Typ-2-Diabetes und Schlafstörungen litt. Der Patient sprach weder auf Diäten, Medikamente noch auf psychologische Unterstützung an. Einen Eingriff am Magen lehnte er ab. Die tiefe Hirnstimulation erwies sich trotz ihrem experimentellen Charakter als die beste Alternative.

Ein Einfluss auf den Appetit wurde zwar in Tests mit Tieren nachgewiesen. Groß angelegte Tests zur Behandlung von stark übergewichtigen Menschen wurden bisher aber nicht durchgeführt. Erste Behandlungsversuche bei Parkinson, chronischen Schmerzen, starken Kopfschmerzen und auch bei Depressionen wurden bereits mit einigem Erfolg durchgeführt. Das Verfahren beruht auf der Implantierung von Elektroden in das Gehirn. In diesem Fall wurden sie im Hypothalamus platziert, der den Appetit kontrollieren soll.

Als die Elektroden mit elektrischen Impulsen stimuliert wurden, hatte der Patient Deja-vu-Erlebnisse. Er vermeinte plötzlich mit Freunden in einem Park zu sein. Er fühlte sich deutlich jünger, glaubte rund 20 Jahre alt zu sein. Seine damalige Freundin war ebenfalls da. Sich selbst erlebte der Mann als Beobachter, der die Szenen in Farbe sehen konnte. Bei stärkerer Stimulation wurden auch die Details in der Szene lebendiger. Nach dem Eingriff erholte sich der Patient zwei Monate lang. Als die Elektroden später erneut stimuliert wurden, erlebte er einen ähnlichen Effekt. Nach drei Wochen konstanter Stimulation schnitt er bei Gedächtnis-Tests deutlich besser ab als vor der Behandlung. Ein Jahr später waren die Testergebnisse besser, wenn die Elektroden stimuliert wurden. Derzeit arbeiten die Wissenschaftler laut BBC an einer Pilotstudie mit sechs Alzheimer-Patienten.

wellnes
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30. Januar 2008

Warum Stammzellen das Herz reparieren

Stammzellen helfen bei der Reparatur beschädigter Areale im Herzmuskel der Nachweis dieser Fähigkeit von Stammzellen ist von den Rostocker Herzchirurgen schon mehrfach erbracht worden. Welche Vorgänge dabei genau ablaufen, ist hingegen immer noch Gegenstand intensiver Forschungsarbeiten. Der Rostocker Mediziner Dr. Alexander Kaminski untersucht das Fließverhalten von Stammzellen und beobachtete, wie sie sich durch den Körper bewegen und an Stellen, an denen sie gebraucht werden, anlagern. Die immer bessere Kenntnis dieser Vorgänge brachte seiner jungen Forschungsgruppe jetzt einen Achtungserfolg: Eine große Publikation samt Titelbild in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Laboratory Investigation“, einer Veröffentlichung des renommierten „Nature“-Gruppe.

„Wir kommen mit unseren Untersuchungen immer weiter“, konstatiert Dr.
Ale-xander Kaminski von der Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie am Universitäts-klinikum Rostock. Dass sich die Rostocker Forschung mit ihrer Arbeit auf dem richtigen Weg befinden, belegt ein aktueller Achtungserfolg in der Fachwelt: Die Zeitschrift „Laboratory Investigation“, ein Ableger des renommierten „Nature“-Gruppe druckte einen Bericht über die Forschungsergebnisse Kaminskis und veröffentlichte ein Foto von fließenden Stammzellen als Titelbild.

Untersucht wird das Fließverhalten der Stammzellen im Körper: Wie bewegen sie sich, warum lagern sie sich an bestimmten Stellen an, an anderen nicht? „Rolling“ und „Homing“ sind dabei entscheidende Verhaltensweisen. „Rolling“ meint die Verlangsamung der Fließgeschwindigkeit, „Homing“ das aktive Anlagern einer Stammzelle an eine bestimmte Stelle eines Gefäßes für einen späteren Übertritt in das Gewebe dahinter. „Wir versuchen zu erklären, warum die Zellen gerade an diesen Stellen bleiben“, sagt Dr. Alexander Kaminski von der Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie am Uniklinikum Rostock, die von Professor Dr. Gustav Steinhoff geleitet wird. Professor Steinhoff gelang der Nachweis, dass Stammzellen helfen, durch Infarkt beschädigte Herzen zu regenerieren. Auf welche Weise dies aber geschieht, erkundet unter anderem Kaminskis Forschungsprojekt.

Um zu diesen neuen Erkenntnissen zu gelangen, beobachtete Kaminski das Fließ-verhalten der Stammzellen mittels „intravitaler Fluoreszens- Mikroskopie“, einem speziellen Verfahren, das Professor Dr. Brigitte Vollmar, Direktorin des kooperierenden Instituts für Experimentelle Chirurgie in Rostock, etablierte. „Dabei beo-bachteten wir das ‚Rolling‘ und ‚Homing‘ von Stammzellen und erkannten auch die Gründe für ihr Verhalten“, so Dr. Kaminski. Bekannt war, dass für das Anlagern von Stammzellen eine Entzündung oder ein Trauma im Gewebe und der so genannte Homing-Faktor ausschlaggebend waren. Kaminskis aktuelle Publikation erläutert die Erkenntnis, dass unter anderem ein Enzym in der Gefäßwand, das Stickoxyd produziert, zu den Voraussetzungen gehört.

Der Beitrag des Rostocker Mediziners im Internet (englisch): Related Articles, Links
Kaminski A, Ma N, Donndorf P, Lindenblatt N, Feldmeier G, Ong LL, Furlani D, Skrabal CA, Liebold A, Vollmar B, Steinhoff G.
Oder
www.nature.com/labinvest/index.html

Kontakt

Dr. Alexander Kaminski
Prof. Dr. Gustav Steinhoff
Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie
Universitätsklinikum Rostock
Schillingallee 35
18057 Rostock
Tel. 0381/4946100
Fax. 0381/4946102
Mail. Gustav.steinhoff@med.uni-rostock.de

wellnes
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30. Januar 2008

Johanniskraut bei Depressionen: Der Apotheker immer häufiger der erste Ansprechpartner

Seit der Gesetzgeber die Erstattungsfähigkeit pflanzlicher Medikamente eingeschränkt hat und beim Arztbesuch Praxisgebühr verlangt wird, suchen Menschen mit Gesundheitsproblemen immer häufiger Rat in der noch frei zugänglichen Apotheke. Sind Apotheker aber tatsächlich in der Lage, auch tiefere Ursachen hinter einem Medikamentenwunsch zu erkennen und sie in ihrer Beratung angemessen zu berücksichtigen? Eine Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Marion Schaefer an der Berliner Charité hat zur Klärung dieser Frage am Beispiel von Johanniskraut eine groß angelegte bundesweite Studie durchgeführt. Johanniskrautextrakte sind zur Zeit die einzigen rezeptfreien Antidepressiva, bei ihrer Abgabe kommt daher der Beratung durch den Apotheker eine wachsende Bedeutung zu.
Von den angeschriebenen 292 Apotheken haben sich 172 an der Studie beteiligt. Sie beantworteten unter anderem Fragen zum konkreten Anlass des Kundenkontakts und zum Beratungsaufwand. Zusätzlich zu den dabei erstellten 1.348 Dokumentationsbögen wurden 718 Fragebögen von Kunden ausgewertet. Hier die wichtigsten Ergebnisse:

• Die Mehrzahl der Apothekenkunden hatte leichtere Probleme, mit ca. 40 Prozent lag jedoch der Anteil von Patienten mit ausgeprägten oder sehr ausgeprägten Symptomen einer Depression überraschend hoch. Das bedeutet: Ein erheblicher Teil der Patienten mit behandlungsbedürftigen Beschwerden geht nicht zum Arzt.

• Entsprechend hat auch nur ein Drittel der Patienten ein Rezept vorgelegt, zwei Drittel waren Selbstkäufer.

• 40 Prozent der Patienten waren Erstverwender, 30 Prozent nahmen Johanniskrautpräparate regelmäßig ein.

• 57 Prozent der Patienten berichteten, dass ihnen durch das Apothekenpersonal ein Beratungsgespräch angeboten wurde.

• Etwa 60 Prozent der Patienten fühlten sich „sehr ausführlich“ oder „hinreichend“ beraten worden zu sein. 16 Prozent wünschten keine Beratung.

• Die Apotheker beschrieben ihrerseits die Patienten mit psychischen Problemen als anspruchsvoll, fühlen sich dadurch jedoch nicht überfordert und hielten sich für Beratung für ausreichend kompetent.

Bedenklich erscheint dagegen die Erkenntnis, dass nur 43 Prozent der Verwender von Johanniskrautpräparaten ihren Arzt über die Einnahme des Phytopharmakons informieren. Die Mehrzahl hält das nicht für notwendig oder verschweigt sogar bewusst die Einnahme.
Weitere Informationen zu Phytotherapie finden Sie unter www.phytotherapie-komitee.de
KFN

wellnes
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30. Januar 2008

Nano-Heizplatten für DNA – Turbo-Analyse von Gendefekten

In der medizinischen Forschung ist der Nachweis von DNA-Defekten ein wichtiges Thema, etwa bei der Erforschung von Erbkrankheiten. Die bisher verwendeten Untersuchungsmethoden sind allerdings sehr zeitaufwändig. Dem Physiker Joachim Stehr und seinen Kollegen in der Arbeitsgruppe von Professor Jochen Feldmann an der Ludwig-Maximilians- Universität (LMU) München ist es nun im Rahmen der Nanosystems Initiative Munich (NIM) und in Zusammenarbeit mit der Firma Roche Diagnostics sowie Professor Thomas Klar von der Technischen Universität Ilmenau gelungen, ein Verfahren zu entwickeln, mit dem sich Gen-Defekte in einer tausendstel Sekunde nachweisen lassen – so schnell wie nie zuvor. Der Trick: die DNA wird mit Gold-Nanoteilchen verbunden, die mittels eines Laserpulses zu winzigen Heizplatten werden. Eine Schmelzkurve wird aufgenommen, aus der sich ablesen lässt, ob die DNA in Ordnung ist oder nicht. Die Arbeit wurde in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Nano Letters“ veröffentlicht.

Viele Krankheiten hängen mit fehlerhaften Sequenzen in der DNA zusammen. Diese Defekte führen als Nebeneffekt zu einer herabgesetzten Schmelztemperatur der DNA. An den Fehlstellen passen nämlich die beiden DNA-Stränge nicht genau zusammen. Daher trennen sie sich schon bei niedrigeren Temperaturen voneinander als bei einer intakten DNA.
Diesen Effekt kann man zum Nachweis von DNA-Defekten nutzen, indem man die Schmelzkurve misst. Dazu isoliert man zunächst den maßgeblichen DNA-Abschnitt und vervielfältigt ihn dann in einer Polymerase- Kettenreaktion. Die DNA-Stücke werden anschließend mit Gold- Nanopartikeln verbunden. Dadurch bildet sich ein Knäuel aus DNA und Gold-Partikeln. Für die eigentliche Messung erhitzt man beim bisher üblichen Verfahren das Knäuel langsam in einem Wasserbad.
Währenddessen misst man mit einem Laser die optische Absorption, das heißt die Abschwächung des Lichts. Schmilzt die DNA, lockert sich das Knäuel, und die Absorption sinkt. Ein großer Nachteil der bisherigen Methode: eine einzige Messung dauert etwa 30 Minuten. Für einen hohen Probendurchsatz ist das Verfahren nicht geeignet.

Dem Forscherteam ist es gelungen, ein weitaus schnelleres und einfacheres Verfahren zur Bestimmung der DNA-Schmelztemperatur zu entwickeln. Mit der neuen Methode lässt sich die eigentliche Messung in weniger als einer tausendstel Sekunde durchführen. „Vor uns hat noch niemand in so kurzer Zeit einen DNA-Defekt bestimmt“ hebt Stehr hervor.

Und das ist der Trick: Statt die Probe von außen in einem Wasserbad langsam aufzuheizen, werden als Heizung die Gold-Nanoteilchen benutzt, die ja sowieso schon in der Probe enthalten sind. Alles was man dazu braucht, ist ein zusätzlicher Laser. Mit einem kurzen Licht-Impuls lassen sich die Nanoteilchen sehr schnell aufheizen. Und da sie sich in direkter Nähe der DNA-Moleküle befinden, werden auch diese sehr effektiv und schnell erwärmt. Entscheidend ist, dass der Großteil der umgebenden Lösung während der Messung nicht erhitzt werden muss. Mit einem Messlaser wird dann die zeitliche Entwicklung der Absorption ermittelt. Das Ganze kann man mit unterschiedlich intensiven Laserimpulsen durchführen und damit die Wärmezufuhr variieren. Reicht die durch den Laser-Impuls zugeführte Wärme nicht zum Schmelzen der DNA aus, ändert das System zwar seine Absorption, kehrt aber nach dem Abkühlen in seinen Ausgangszustand zurück. War der Impuls intensiv genug, löst sich das DNA-Goldknäuel, und die Absorption sinkt dauerhaft.

Stellt man die Impulsintensität so ein, dass nur eine defekte DNA schmilzt, nicht aber eine intakte, dann lässt sich mit einer einzigen Messung ermitteln, ob ein DNA-Stück einen Fehler aufweist oder nicht – und das gelingt in bisher unerreichter Geschwindigkeit. Diese neue Methode könnte der medizinischen Forschung viel Aufwand, Zeit und Geld sparen helfen. In bestimmten Fällen könnte eine schnellere DNA- Defektanalyse die Rettung von Leben bedeuten.

Auf das Messprinzip haben die Wissenschaftler bereits ein Patent angemeldet. Und Joachim Stehr möchte nach seiner Promotion zusammen mit einem Kommilitonen eine Firma gründen, um die Idee zu vermarkten.
Mit regem Interesse der biotechnologischen und pharmazeutischen Industrie ist wohl zu rechnen. Denn aus dieser Richtung kam auch die Anregung zur technologischen Umsetzbarkeit. So betont Feldmann: „Ohne unsere durch die Bayerische Forschungsstiftung geförderte Kooperation mit der Firma Roche Diagnostics in Penzberg wäre uns die technologische Relevanz dieser aus der Grundlagenforschung stammenden Experimente wohl verschlossen geblieben.“ Maßgeblich unterstützt wurde die Arbeit durch das Exzellenz-Cluster Nanosystems Initiative Munich (NIM), das es sich zum Ziel gesetzt hat, funktionale Nanostrukturen für Anwendungen in der Medizin und in der Informationsverarbeitung zu entwickeln und zu erforschen.

Veröffentlichung:
„Gold NanoStoves for Microsecond DNA Melting Analysis“, Stehr, J., Hrelescu, C., Sperling, R.A., Raschke, G., Wunderlich, M., Nichtl, A., Heindl, D., Kürzinger, K., Parak, W.J., Klar, T.A., and Feldmann, J.,
Nano Lett., 2008, 10.1021/nl073028i

Ansprechpartner:
Professor Dr. Jochen Feldmann
Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und Nanosystems Initiative Munich (NIM)
Tel.: +49 89 2180 3359
Fax: +49 89 2180 3441
E-Mail: feldmann@lmu.de

Dr. Peter Sonntag
Nanosystems Initiative Munich
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +49 89 2180 5091
Fax: +49 89 2180 5649
E-Mail: peter.sonntag@lmu.de
www.nano-initiative-munich.de

wellnes
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30. Januar 2008

Gendefekt verstellt “Innere Uhr”

Ob jemand Frühaufsteher oder Langschläfer ist, steckt bereits in den Genen. Aber die innere Uhr bestimmt nicht nur, wer morgens schwungvoll aus dem Bett steigt – die ganze Tagesform hängt davon ab. Darüber berichten Prof. Achim Kramer und seine Arbeitsgruppe vom Institut für Medizinische Immunologie der Charité -Universitätsmedizin Berlin jetzt in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS).

Mit einem kleinen Stich in den Arm entnahm das Team um Prof. Kramer Hautzellen von Patienten, die unter Schlafstörungen leiden. Die entnommenen Zellen wurden kultiviert. Im Zelllabor beobachteten die Forscher anschließend die Aktivität der sogenannten Uhrgene in Abhängigkeit von der Tageszeit. So erhielten sie für jede Testperson ein individuelles Profil. Mit einem Fragebogen bestimmten die Forscher, zu welcher Tageszeit die Probanden verschiedene Aufgaben lieber durchführen. Das Ergebnis: Sind die Gene aktiv, ist es der Mensch auch. „Allein am Verlauf der Kurven können wir vorhersagen, ob es sich um einen Frühaufsteher oder Langschläfer handelt“, beschreibt Prof. Kramer das Prinzip.

Ein Teil der untersuchten Patienten wurde sogar als extremer Spät- oder Frühtyp eingeordnet. Die Analyse ihrer Hautzellen lässt die Forscher vermuten, dass sie einen Gendefekt haben, der ihre innere Uhr verstellt. Rund ein Viertel aller Deutschen leiden darunter. „Für die Betroffenen ist es ein Problem“, sagt Prof. Kramer, „weil sie ständig gegen ihren biologischen Rhythmus leben müssen.“ Sie sind zu einer anderen Phase des Tages aktiv und können sich nur schwer an die Zeiten von Freunden, Schule oder Beruf anpassen. Oft leiden diese Menschen auch an Schlafstörungen, Stress und psychischen Erkrankungen. „Mit unserer neuen Untersuchungsmethode ist es jetzt möglich, in kurzer Zeit zu testen, ob das Problem genetisch bedingt ist“, erklärt der Chronobiologe. „Eine individuelle Behandlung, zum Beispiel mit Lichttherapie, kann so gezielt helfen.“

Dass die sogenannte Masteruhr unseren inneren Rhythmus steuert, ist schon seit einiger Zeit ist bekannt. Sie ist im Gehirn direkt mit den Sehnerven verknüpft und wird über das Sonnenlicht „gestellt“. Doch auch unsere Gene beeinflussen die Masteruhr, wie die Ergebnisse der Charité-Studie zeigen. So gibt es unabhängig von der Sonne Frühaufsteher und Langschläfer, Partymuffel und Nachteulen.

Kontakt
Prof. Achim Kramer
Institut für Medizinische Immunologie
Charité -
Universitätsmedizin Berlin
Tel.: 030 – 450 524 263
achim.kramer@charite.de

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