Beiträge für September, 2008

22. September 2008

“Tiefe Hirnstimulation verbessert die Lebensqualität von Patienten mit Parkinson 
und anderen Bewegungsstörungen”


Seit April 2007 bietet die Universitätsklinik für der Otto-von-Guericke-Universität das der Tiefen Hirnstimulation an. In den meisten Fällen wird die bei Patienten angewendet, die an der ´schen Erkrankung, einer oder an (Zittern der Hände oder des Kopfes) leiden. Die Wirkweise der Tiefen Hirnstimulation lässt sich am Besten an der Parkinsonschen Erkrankung erläutern: Der des Botenstoffes „Dopamin“ im Hirngewebe ist die Hauptursache für diese Erkrankung und führt dazu, dass die elektrische Reizübertragung im gestört wird. Zu Beginn der Erkrankung kann der gut durch Medikamente ausgeglichen werden. Die kommt zum Einsatz, wenn die öse bei längerem Krankheitsverlauf ausgeschöpft ist oder die auf Grund von schwerwiegenden nicht mehr durchgeführt werden kann. Mit dieser Methode können gezielt krankhaft veränderte Aktivitäten in bestimmten Nervenzellverbänden des Hirngewebes durch elektrische Stimulation überschrieben werden.
Ganz wichtig für die Anwendung der ist die richtige Patientenauswahl, für die eine Reihe von und Untersuchungen vorgeschrieben ist. An der Otto-von-Guericke-Universität arbeiten daher die beiden eigenständigen Einrichtungen „Universitätsklinik für Neurologie“ und „Universitätsklinik für “ nicht nur eng zusammen, sondern bilden auch bewusst eine strukturelle Einheit. Der Neurochirurg, der die Stimulationssysteme implantiert ist Prof. Dr. J. Voges, der zuvor am Universitätsklinikum Köln tätig war, wo diese OP seit 1996 eingesetzt und kontinuierlich standardisiert wurde. Seit 2007 operiert Herr Prof. Voges in Magdeburg und hat im März 2008 einen Ruf als Universitätsprofessor und Direktor der Universitätsklinik für angenommen.

Für die werden Stimulationssysteme bestehend aus und einem implantiert. Bei diesem minimal invasiven Eingriff werden dem Patienten in örtlicher Betäubung millimeterdünne Stimulationselektroden in eine bestimmte Schaltzentrale tief unter der Großhirnrinde gelegt. Dieser Zielpunkt ist zuvor vom Operateur mit von MRT-Bildern (Magnetresonanztomographie), Computern und aufwendigen Rechenprogrammen auf den Millimeter genau bestimmt worden. Die eingepflanzte Stimulationselektrode hat jeweils vier Kontaktpunkte, über die der Stimulationsstrom abgegeben werden kann. Im Operationssaal testet der Neurochirurg gemeinsam mit dem Neurologen und dem Patienten, ob die Elektrode an einer guten Stelle liegt, d.h. ob bereits eine Besserung der Symptome erreicht werden kann oder ob durch die Stimulation (z. B. Sprachstörungen) ausgelöst werden. Abhängig von dem Testergebnis kann die Elektrodenlage noch während der angepasst werden. In Vollnarkose wird anschließend der Schrittmacher ähnlich einem Herzschrittmacher unter die Haut im Brustbereich implantiert. Mit eines Steuergerätes können Patient und betreuender Arzt den Schrittmacher durch die Haut hindurch einstellen und auf diesem Weg die Stimulation regulieren. Eine individuell optimierte Einstellung erfolgt in den ersten drei Monaten nach OP. Seit dem Start der Tiefen Hirnstimulation in Magdeburg wurden bereits circa 40 Patienten erfolgreich operiert. Die ist ein hochwirksames , das bei den hier genannten Erkrankungen in über 95% der Fälle die gestörten Bewegungsabläufe wesentlich verbessert oder vollständig normalisiert. Dadurch werden dauerhaft Aktivitäten des täglichen Lebens erleichtert und durch die neu gewonnene Selbständigkeit und Unabhängigkeit auch die Lebensqualität der Betroffenen verbessert.
Beide Kliniken (Universitätsklinik für Neurologie und Universitätsklinik für ) betreuen ihre Patienten auf modern ausgestatteten Stationen mit insgesamt 54 Betten, die sich in einem Klinikgebäude befinden, das nach neuesten Erkenntnissen des Krankenhausbaus konzipiert und im Jahr 2004 fertig gestellt wurde (Haus 60a / 60b).

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Universitätsklinik für Neurologie (Direktor: Prof. Dr. med. H.-J. Heinze)
Universitätsklinik für (Direktor: Prof. Dr. med. J. Voges)
Leipziger Str. 44
39120 Magdeburg

Kontakt:
Prof. Dr. med. Jürgen Voges

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20. September 2008

Nach Schlaganfall: Operation oder Stent?

Therapieverfahren beugen weiteren Schlaganfällen gleichwertig vor / Langzeitergebnisse einer internationalen unter Leitung der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg in “Lancet Neurology” veröffentlicht

Welches ist die bessere Behandlungsmethode für Schlaganfallpatienten in der Folge einer Einengung der - oder Einbringen einer Gefäßstütze ()? Die erste wissenschaftlich aussagekräftige zum Vergleich dieser hat jetzt gezeigt: Beide Methoden sind gleichermaßen geeignet, einem weiteren innerhalb der ersten zwei Jahre nach dem Eingriff vorzubeugen.

Diese Ergebnisse der weltweit größten internationalen Vergleichs- SPACE (Stentgestützte Angioplastie der Carotis versus ) unter Federführung von Professor Dr. Dr.h.c. Werner Hacke, Ärztlicher Direktor der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg, ist am 6. September 2008 vorab in der Online-Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift “Lancet Neurology” veröffentlicht worden. Erste Ergebnisse von SPACE im Jahr 2006 hatten bereits gezeigt, dass beide unmittelbar nach dem Eingriff vergleichbare Komplikationsrisiken mit einem geringen Vorteil für die operative bergen.

: Ablagerungen rausschälen oder einbringen ?

Jährlich erleiden etwa 20.000 in Deutschland einen , der durch Ablagerungen in den Halsschlagadern () verursacht wird. Das dieser Patienten, einen weiteren zu bekommen, ist besonders hoch. Dass dieses durch eine an der deutlich verringert werden kann, ist seit vielen Jahren bekannt. Bei dieser () schälen Gefäßchirurgen durch einen Zugang am Hals die - und heraus und beseitigen so die Engstelle. Eine Alternative ist seit einigen Jahren das Einsetzen einer Gefäßprothese: Der wird durch einen Katheter zumeist über die Leiste in die eingebracht und hält sie offen. Der Blutfluss wird bei diesem kürzer unterbrochen, ein Schnitt am Hals ist nicht notwendig.

-Entscheidung muss individuell erfolgen

“Vielen Betroffenen und ihren Ärzte fiel die Entscheidung oder schwer, da aussagekräftige Vergleichsdaten bislang nicht vorlagen”, sagt Dr. Peter Ringleb, Oberarzt an der Neurologischen Universitätsklinik Heidelberg und Erstautor der Veröffentlichung. “Unsere Ergebnisse zeigen jetzt: .Das für einen weiteren ist in den ersten zwei Jahre nach dem Eingriff bei beiden vergleichbar niedrig.”

Für -Patienten sei zwar in den ersten 30 Tagen das , einen weiteren zu erleiden oder zu sterben, geringfügig höher, so Dr. Ringleb. Allerdings nicht so stark, dass von der - generell abzuraten sei. “Die Therapieentscheidung muss individuell getroffen werden”, sagt Dr. Ringleb. “Wichtiger als die Methode sind individuelle Faktoren der Patienten, vor allem das Alter, und die Erfahrung des Behandlers. Innerhalb der SPACE- hatten - überraschenderweise - ältere Patienten (über 70Jahre) ein etwas niedrigeres Behandlungsrisiko bei der operativen ; Patienten unter 70 Jahren hatten ein niedrigeres bei der mit einem .”

Innerhalb von zwei Jahren: Jeder fünfzigste Patient erleidet weiteren

Die aktuellen Ergebnisse der SPACE- zeigen außerdem: Im Zeitraum zwischen Tag fünf nach dem Eingriff und dem Ende der Beobachtungszeitspanne von zwei Jahren erlitt etwa jeder 50. Patient erneut einen , sowohl nach einer als auch nach einer -. Beide unterscheiden sich hier nicht signifikant.

Allerdings bilden sich bei den -Patienten häufiger neue Engstellen der . “Bei elf Prozent der Patienten mit waren zwei Jahre nach dem Eingriff die Gefäße wieder verengt. Das sind doppelt so viele wie bei den operierten Patienten”, erklärt Dr. Ringleb. “Die klinische Bedeutung dieser erneuten Verengungen ist jedoch noch nicht geklärt. Innerhalb der kam es nur bei zwei Patienten, zu erneuten Durchblutungsstörungen. Für eine genauere Beurteilung müssen diese Patienten noch länger beobachtet werden.”

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20. September 2008

Unerwünschte Stoffe in Lebensmitteln - Nicht nur die Dosis macht das Gift

Viele Verbraucher sind wegen immer neuer Meldungen über mangelnde Qualität der verunsichert. Die meisten jedoch haben selten schlechte Erfahrungen mit Lebensmitteln gemacht – und wenn, dann sind es meist natürlich , die Erkrankungen auslösen oder sogar zu Todesfällen führen. Man denke nur an . Beim Deutschen Lebensmittechemikertag vom 8. bis 10. September 2008 in Kaiserslautern stellt die Lebensmittelchemische Gesellschaft exemplarisch das derzeitige Wissen um natürliche Lebensmittelgifte vor, wobei Risiken durch andere Stoffe ebenfalls berücksichtigt und diskutiert werden.

Professor Dr. Thomas Henle, Vorsitzender der Lebensmittelchemischen Gesellschaft, der größten Fachgruppe in der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh), ist der Auffassung, dass die Risiken, die beispielsweise aufgrund der Nutzung von Pestiziden in der Landwirtschaft oder der Bildung von Acrylamid oder Glycidamid resultieren, in der Öffentlichkeit deutlich überbewertet werden gegenüber Gefahren, die viele und Schimmelpilze in sich bergen. Ein die Nieren stark schädigendes () ist das A (OTA). OTA kann von Schimmelpilzen der Gattungen Aspergillus und Penicillium während des Wachstums von Pflanzen, beispielsweise Getreide, auf den Feldern oder durch schlechte Lagerbedingungen der Rohstoffe, beispielsweise Nüsse oder Kaffeebohnen, gebildet werden. Backen oder zerstört das Gift kaum, durch das Rösten des Kaffees werden allerdings bis zu 90 Prozent des Giftes vernichtet. Die dabei entstehenden Abbauprodukte konnten durch das Institut für Lebensmittelchemie an der Universität Münster nachgewiesen werden. Sie sind deutlich weniger toxisch als OTA, über das man sich aber bei normalem Ernährungsverhalten ebenfalls keine Sorgen machen muss. “Dass man verschimmelte nicht darf, gehört in Ländern wie Deutschland zur Selbstverständlichkeit. Doch in armen Ländern mit hungernder Bevölkerung können schlecht gelagerte, kaum kontrollierte oder ganz offensichtlich verdorbene zu einem großen Problem für die der werden”, so Henle.

Zu einer der weltweit häufigsten Nahrungsmittelunverträglichkeiten gehört die Zöliakie, die mit einer schweren Schädigung der Dünndarmschicht einhergeht. Sie wird durch die Speicherproteine (Gluten) von Weizen, Roggen, Gerste und vermutlich auch Hafer ausgelöst. Gluten bildet im Verdauungstrakt glutamin- und prolinreiche Peptide, die von den körpereigenen Peptidasen nicht abgebaut werden können. Bei prädisponierten Personen führt das zur entzündlichen Zerstörung der Darmzotten. Diesen Personen hilft nur eine glutenfreie Diät, bei der künftig ein Grenzwert von 20 Milligramm Gluten pro Kilogramm nicht überschritten werden soll. Dies muss von Lebensmittelherstellern und der amtlichen überwachung analytisch überprüft und kontrolliert werden. Eine Methode, die als Standard für Glutenbestimmungen gelten soll, wurde entwickelt, getestet und erwies sich als tauglich - außer bei Getränken aus fermentiertem Getreide, beispielsweise Bier, Malztrunk oder Brottrunk. An der Deutschen Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie in Garching hat man nun auch für diese Getränke eine verlässliche Analysenmethode zur Bestimmung von Gluten entwickeln können.

Zu den stärksten Giften überhaupt gehören die Botulinumneurotoxine A bis G, die von Clostridium gebildet werden. Fleisch-, Fisch-, Obst- und Gemüsekonserven oder auch Mayonnaise sind bei falscher oder zu langer Lagerung besonders gefährdet, von diesen befallen zu werden. Die hochmolekularen Proteinkomplexe der Botulinumtoxine sind an der Luft und bei Erhitzen nicht stabil und zerfallen. Der bislang einzig zugelassene Test ist der Mäuse-Bioassay, ein Tierversuch also. Immunochemische Testsysteme, PCR- und spektrometrische Methoden sind den Mäusetests in ihrer Aussagekraft deutlich unterlegen. Nun hat man am Garchinger Bundeswehr-Institut des Zentralen Sanitätsdienstes ein multidimensionales nano-LC--- , also ein spezielles chromatografisches Trennverfahren mit anschließender massenspektrometrischer Detektion, entwickelt, mit dem die Botulinumtoxine auf Basis ihrer Aminosäuresequenz unabhängig von ihrem Molekulargewicht nachgewiesen und charakterisiert werden können. Dies ist für alle Lebensmittelchemiker eine ganz wichtige Nachricht, wenn auch das noch optimiert werden muss.

Ebenfalls in Garching ansässig ist das Institut für Lebensmittelchemie der Technischen Universität München. Hier befasst man sich u.a. mit der Analytik von Acrylamid sowie dessen Folgeprodukt Glycidamid. Die Garchinger Lebensmittelchemiker konnten kürzlich zum ersten Mal in Pommes frites und Chips neben Acrylamid sehr geringe Mengen des karzinogen wirkenden Glycidamid bestimmen. Aktuelle Untersuchungen zur Bioverfügbarkeit und biologischen Wirkung von Acrylamid und Glycidamid des Fachbereichs Lebensmittelchemie und Umwelttoxikologie der Technischen Universität Kaiserslautern zeigen jedoch, dass von den in gängigen Lebensmitteln enthaltenen Mengen an Acrylamid und Glycidamid nach heutigem Wissensstand keine Gefahr ausgeht. Leider wurde in diesem Zusammenhang die “Gefährdung” durch das neu entdeckte Glycidamid in zahlreichen Medienberichten der jüngsten Zeit völlig übertrieben dargestellt, was zu einer nicht unerheblichen Verunsicherung bei den Verbrauchern geführt hat.

Was Lebensmittelchemiker seit einigen Jahren beschäftigt, sind die Verpackungsmaterialien für . Aus diesen Materialien, heute zumeist Kunststoffverbundfolien, dürfen keine Substanzen, die die Lebensmittelsicherheit gefährden, in das übergehen (migrieren). Migrationsgrenzwerte gelten vor allem für Kunststoffmonomere, also die Ausgangssubstanzen für Kunststoffe, und Kunststoffadditive wie Antioxidantien, UV-Absorber, Antistatika, Gleitmittel oder Antibeschlagmittel. Hersteller und Nutzer von Verpackungsmaterialien müssen wissen, welche Stoffe in welchen Mengen in welche migrieren. Wissenschaftliche Institute, wie das Institut für Lebensmittelchemie der Technischen Universität Dresden, helfen, diese Fragen zu beantworten. Mit verschiedenen spektroskopischen und chromatografischen Methoden wollen sie ein Höchstmaß an Informationen für ein Verpackungssystem ermitteln, damit der Verbraucher auch in dieser Hinsicht den Lebensmitteln vertrauen kann.

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20. September 2008

Kein Tabu mehr: Strahlentherapie kann wiederholt werden

Lange Zeit galt: Eine - fester Bestandteil der vieler - kann nicht wiederholt werden. Dieser generelle Ausschluss ist nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für (DEGRO) nicht länger aufrechtzuerhalten. Langzeitstudien zeigen, dass bei vielen Patienten eine erneute Bestrahlung desselben Organs möglich ist, ohne dass gehäuft auftreten. So ist die erfolgreiche Durchführung einer wiederholten unter anderem bei Hirn- und - Hals-Tumoren, aber auch bei , und dem belegt.

Neue Techniken haben die in den letzten Jahren deutlich verbessert, erklärt Professor Dr. med. Volker Budach, Präsident der DEGRO und Chefarzt an der Klinik für der Berliner Charité: “Moderne Geräte ermöglichen eine punktgenaue, sogenannte stereotaktische Bestrahlung. Die Strahler rotieren während der um den Körper des Patienten. Sie fokussieren die Strahlung besser als bisher auf den . Umliegendes Gewebe bleibt weitgehend verschont.” Auch die Aufteilung der Strahlendosis auf mehrere Tage oder Wochen hat die Strahlenrisiken vermindert. Eine weitere schonende Methode ist das zeitweilige Einbringen der Strahlenquelle in den Körper - die .

“Vor diesem Hintergrund ist eine erneute - eine sogenannte Re-Bestrahlung - längst kein Tabu mehr. Natürlich lassen sich die gleichen Körperteile nicht unbegrenzt bestrahlen. Neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass sich viele Zellen von einer Erstbestrahlung erholen”, erklärt Prof. Budach. In diesem Fall können Ärzte nach Monaten oder Jahren eine weitere durchführen. Eine Re-Bestrahlung kann zum Beispiel zum Einsatz kommen, wenn Patienten nach einer überstandenen erneut ein Tumorleiden entwickeln. “Ein absolutes Verbot einer erneuten Bestrahlung würde diesen eine vorenthalten, die ihre Lebensqualität verbessern und in einigen Fällen den besiegen kann”, so Budach.

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19. September 2008

Kein Tabu mehr: Strahlentherapie kann wiederholt werden

Lange Zeit galt: Eine – fester Bestandteil der vieler - kann nicht wiederholt werden. Dieser generelle Ausschluss ist nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für (DEGRO) nicht länger aufrechtzuerhalten. Langzeitstudien zeigen, dass bei vielen Patienten eine erneute Bestrahlung desselben Organs möglich ist, ohne dass gehäuft auftreten. So ist die erfolgreiche Durchführung einer wiederholten unter anderem bei Hirn- und - Hals-Tumoren, aber auch bei , Lungenkrebs und dem belegt.

Neue Techniken haben die in den letzten Jahren deutlich verbessert, erklärt Professor Dr. med. Volker Budach, Präsident der DEGRO und Chefarzt an der Klinik für der Berliner Charité: “Moderne Geräte ermöglichen eine punktgenaue, sogenannte stereotaktische Bestrahlung. Die Strahler rotieren während der um den Körper des Patienten. Sie fokussieren die Strahlung besser als bisher auf den . Umliegendes Gewebe bleibt weitgehend verschont.” Auch die Aufteilung der Strahlendosis auf mehrere Tage oder Wochen hat die Strahlenrisiken vermindert. Eine weitere schonende Methode ist das zeitweilige Einbringen der Strahlenquelle in den Körper - die .

“Vor diesem Hintergrund ist eine erneute - eine sogenannte Re-Bestrahlung - längst kein Tabu mehr. Natürlich lassen sich die gleichen Körperteile nicht unbegrenzt bestrahlen. Neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass sich viele Zellen von einer Erstbestrahlung erholen”, erklärt Prof. Budach. In diesem Fall können Ärzte nach Monaten oder Jahren eine weitere durchführen. Eine Re-Bestrahlung kann zum Beispiel zum Einsatz kommen, wenn Patienten nach einer überstandenen erneut ein Tumorleiden entwickeln. “Ein absolutes Verbot einer erneuten Bestrahlung würde diesen eine vorenthalten, die ihre Lebensqualität verbessern und in einigen Fällen den besiegen kann”, so Budach. Pressekontakt:

Silke Stark / Silke Jakobi Deutsche Gesellschaft für e.V. Pressestelle Postfach 30 11 20 70451 Stuttgart Telefon: 0711 8931-572 Fax: 0711 8931-167 E-Mail: stark@medizinkommunikation.org Internet: <www .degro.org>

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19. September 2008

Neue Ursache für Herzrhythmusstörungen entdeckt

Seit langem gibt es Hinweise, dass Virusinfektionen Herzrhythmusstörungen auslösen können. Die molekularen Grundlagen dafür haben Ulrike Lisewski, Dr. Yu Shi, Michael Radke und Prof. Michael Gotthardt vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch jetzt entdeckt. Der Rezeptor, den das Virus nutzt, um Herzzellen zu befallen, erfüllt normalerweise eine lebensnotwendige Aufgabe. In Mäusen erbrachten die Forscher den Nachweis, dass der Rezeptor für einen regelmäßigen Herzschlag sorgt. Fehlt er, kommt es zu Rhythmusstörungen. Die Forscher ziehen daraus den Schluss, dass bei Virusinfektionen oder Autoimmunerkrankungen die Funktion des Rezeptors gestört werden kann und dadurch der Herzschlag aus dem Takt gerät. Ihre Arbeit ist vorab online im Journal of Experimental Medicine (10.1084/jem.20510iti3)* erschienen.

Das Herz besteht aus zwei Herzkammern und deren Vorhöfen. Damit es schlägt und Blut durch den Körper pumpt, erzeugen spezialisierte Herzmuskelfasern elektrische Signale, die den Herzschlag steuern. Herzrhythmusstörungen entstehen, wenn diese Signale nicht richtig gebildet oder weitergeleitet werden. Eine entscheidende Rolle spielt dabei ein Rezeptor, den Wissenschaftler kurz CAR nennen.

CAR steht für Coxsackievirus-Adenovirus-Rezeptor. Er sitzt in bestimmten Zell-Zell-Kontakten (Tight Junctions) der spezialisierten Herzmuskelfasern. Er wurde nach diesen Viren benannt, da sie den Rezeptor benutzen, um Herzzellen zu befallen. Seine natürliche Funktion im ausgewachsenen Herzen war bisher nicht bekannt.

Um herauszufinden, welche Aufgabe der Virusrezeptor im gesunden Organismus hat, schalteten die MDC-Forscher das CAR-Gen in erwachsenen Mäusen aus. Die Mäuse bildeten den Rezeptor nicht mehr und entwickelten eine Herzrhythmusstörung. “Das ist eine interessante Beobachtung”, so Prof. Gotthardt, “da diese speziellen Zell-Zell- Kontakte, die Tight Junctions, bisher nicht mit Herzrhythmuserkrankungen in Verbindung gebracht worden sind.”

Eine genauere Untersuchung der Tiere zeigte, dass die Übertragung der elektrischen Signale von den Vorhöfen auf die Herzkammern gestört ist. “Fehlt CAR, kann das elektrische Signal nicht weitergeleitet werden und das Herz nicht richtig schlagen”, sagt Dr. Shi.

Jetzt will Prof. Gotthardt bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen prüfen, ob bei ihnen CAR blockiert ist. “Die Störungen müssen jedoch nicht immer mit einer Virusinfektion zusammenhängen”, erklärt Prof. Gotthardt. “Auch körpereigene Antikörper, die sich gegen CAR richten, könnten die Krankheit auslösen.”

The tight junction protein CAR regulates cardiac conduction and cell- cell communication

Ulrike Lisewski1, Yu Shi1, Uta Wrackmeyer1, Robert Fischer2, Chen Chen1, Alexander Schirdewan2, Rene Jüttner3, Fritz Rathjen3, Wolfgang Poller4, Michael H. Radke1 and Michael Gotthardt1,5

1Neuromuscular and Cardiovascular Cell Biology, Max-Delbrück-Center for Molecular Medicine (MDC), 13122 Berlin-Buch, Germany, 2 HELIOS Kliniken GmbH, Franz-Volhard Klinik, Charité, Humboldt- University, 13125 Berlin, Germany, 3Department of Molecular Pathology, University Hospital Tübingen, D-72073 Tuebingen, Germany, 4 Department of Cardiology, Campus Benjamin Franklin, D-12200 Berlin, Germany, 5Department of Veterinary and Comparative Anatomy, Pharmacology, and Physiology, Washington State University, Pullman, Washington, 99164 USA.

Barbara Bachtler Pressestelle Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch Robert-Rössle-Straße 10 13125 Berlin Tel.: +49 (0) 30 94 06 - 38 96 Fax:  +49 (0) 30 94 06 - 38 33 e-mail: presse@mdc-berlin.de <a href="http://www.mdc-berlin.de/

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