Beiträge für Oktober, 2008

31. Oktober 2008

Die Immunbremse im Kampf gegen Krebs

Die gilt als eine der großen Hoffnungen der modernen . Neben Antikörpern sind es vor allem , die in den letzten 10 Jahren stark im Fokus der Forschung standen.

Allerdings ist der ursprüngliche Enthusiasmus inzwischen verflogen, da viele klinische Studien zur Testung von Krebsimpfstoffen nicht die erwartete Wirkung zeigten. Dies könnte sich aber in Zukunft wieder ändern. Denn in den letzten Jahren hat man erkannt, dass ein ganzes Netzwerk von hemmenden Mechanismen das im Kampf gegen Krebs lahm legen kann.

Diese Immunbremse zu verstehen und gezielt auszuschalten hat sich Professor Schultze und sein Team zur Aufgabe gemacht. Dabei beschäftigen sich die Forscher insbesondere mit regulatorischen Immunzellen, unter anderem den sogenannten regulatorischen T-Zellen.

Immunsuppression durch spezialisierte Immunzellen wurde bereits in den 1980er Jahren vermutet. Doch ließen die damals zur Verfügung stehenden Technologien eine eindeutige Charakterisierung solcher Zellen nicht zu. Ende der 1980er Jahre wurde das Konzept deshalb wieder verlassen.
Erst Mitte der 1990er Jahre konnte in Mäusen aufgedeckt werden, dass es diese immunsuppressiven Immunzellen doch gibt, und dass diese anhand spezifischer Oberflächenmoleküle sichtbar gemacht werden können. Kurze Zeit später war klar, dass diese Art von Zellen auch beim Menschen vorkommt. In weiser Voraussicht nannte man diese neue Klasse von Zellen nicht suppressive sondern regulatorische Immunzellen aus der Reihe der (regulatorische T-Zellen). Denn in der Tat sind diese Zellen nicht nur in der Lage Immunantworten zu unterdrücken, sondern sie können diese auch sehr gezielt beeinflussen oder regulieren.

Frühzeitig wurde klar, dass das Fehlen dieser regulatorischen T-Zellen zu einer Dysregulation des Immunsystems führt, was wiederum die Entstehung von Autoimmunerkrankungen fördert. Es stellte sich also die Frage, ob es bei Krebserkrankungen auch zu einer Fehlfunktion dieser Zellen kommen könnte, in diesem Fall zu einer Vermehrung regulatorischer T-Zellen. Und in der Tat konnten das Bonner Team von Professor Schultze und Dr. Beyer, aber auch andere Wissenschaftler inzwischen für fast alle Krebsarten zeigen, dass diese regulatorischen T-Zellen bei Krebspatienten vermehrt sind und eine verstärkte immunsuppressive Funktion aufweisen. Dabei fiel dem Team um Professor Schultze insbesondere auf, dass die Zahl der regulatorischen T-Zellen mit der Ausdehnung der Krebserkrankung zunahm, dass eine höhere Zahl an regulatorischen T-Zellen mit einer schlechteren Prognose einherging und dass bestimmte Chemotherapeutika zu einer starken Verminderung dieser Zellen führen. Erstmals konnten die Bonner Forscher auch zeigen, dass die Vermehrung regulatorischer T-Zellen bei Krebspatienten zu einem großen Teil auf eine Neubildung dieser Zellen im Thymus zurückging und nicht wie aufgrund von Tierversuchen vermutet nur durch eine verstärkte Expansion bereits vorhandener regulatorischer T-Zellen zu begründen ist. Diese Befunde könnten für die Entwicklung von neuen Therapieansätzen von großer Bedeutung sein, da eine einmalige Zerstörung bestehender regulatorischer T-Zellen bei kontinuierlicher Neuproduktion wenig erfolgversprechend sein würde.
Erst kürzlich konnte das Bonner Forscherteam zeigen, dass die Neubildung von regulatorischen T-Zellen bei der durch den Botenstoff besonders angefacht wird. Diese Ergebnisse können als ein weiterer Baustein angesehen werden, der erklärt, warum bisherige Immuntherapien im klinischen Einsatz nicht so erfolgreich sind, wie es aufgrund von Tierversuchen erwartet wurde.

Aufgrund der erdrückenden Beweislage für eine immunsuppressive Funktion regulatorischer T-Zellen während der Tumorentstehung und -wachstum hat das Team von Professor Schultze schon frühzeitig damit begonnen, Gene in regulatorischen T-Zellen zu identifizieren, die möglicherweise in der Zukunft als Ziele für neue Krebsmedikamente dienen könnten. Mithilfe genomischer Technologien ist es der Arbeitsgruppe von Professor Schultze im Rahmen dieses von der Wilhelm- Sander-Stiftung geförderten Projektes inzwischen gelungen, eine Reihe interessanter Kandidatengene (‘Targets‘) zu identifizieren. Zurzeit beschäftigen sich die Bonner Forscher mit der biologischen Charakterisierung dieser Targets, eine wichtige Voraussetzung für die Verwendung solcher Zielstrukturen für therapeutische Zwecke. Dabei planen die Forscher, gemeinsam mit Chemikern, Bioinformatikern und Biologen Moleküle zu entwickeln, die regulatorische T-Zellen gezielt erkennen können. Nach dem Andocken dieser Moleküle können diese dann in die Zelle eingeschleust, um so das Programm zum Zelltod regulatorischer T-Zellen einzuleiten. Damit erhoffen sich die Forscher ein gezieltes Ausschalten dieser wichtigen Immunbremse im Kampf gegen Krebs.

Kontakt: Dr. Marc Beyer und Prof. Dr. Joachim L. Schultze, Abt. Für Genomik und Immunregulation, LIMES Life and Medical Sciences Bonn, Universität Bonn.

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30. Oktober 2008

Krebs und das „Chemobrain“ - Wenn die geistigen Fähigkeiten von Tumorpatienten leiden

Der Schock der Diagnose ist überwunden, die anstrengende Therapie vorbei, und die Prognose gut. Trotzdem ist für viele Krebspatienten alles anders als vorher, weil sie ihre geistigen Fähigkeiten als deutlich eingeschränkt empfinden. Als wichtigsten Auslöser vermuten die meisten Betroffenen und auch viele Fachleute die extrem belastende .

Mehrere Studien scheinen den Eindruck der Patienten zu bestätigen, denn darin schnitt ein Teil der Patienten nach einer in kognitiven Tests auffällig schlecht ab. Eine der weltweit größten Untersuchungen, die jetzt unter der Leitung von LMU-Forschern durchgeführt wurde, zeigte aber, dass die höchstens einer von mehreren Auslösern sein kann. Denn bei einem Drittel der Teilnehmer waren die geistigen Fähigkeiten schon vor der Behandlung deutlich beeinträchtigt. Während der verschlechterten sich die Ergebnisse in manchen Fällen, in anderen wurden sie sogar besser. Auch (Anti-) Hormontherapien, die ebenfalls als mögliche Auslöser gesehen werden, hatten vereinzelt sogar einen positiven Effekt. Die beteiligten Forscher vermuten nun, dass der Faktor eine außerordentlich wichtige Rolle spielt. Schließlich kann die Diagnose Krebs für die Betroffenen wie ein Trauma wirken – mit allen negativen Folgen für das , die und das Denken.
(Cancer, 1. November 2008)

Die mühsame Suche nach Worten ebenso wie nach verlegten Schlüsseln oder Brillen und die Unfähigkeit sich zu konzentrieren: Viele Krebspatienten berichten noch Jahre nach der Behandlung über diese für sie sehr belastenden kognitiven Probleme und halten meist die für den Auslöser. Auch die Forschung der letzten zehn Jahre schien diese Vermutung zu bestätigen. Immerhin wiesen mehrere Studien bei bis zu 75 Prozent der getesteten Patienten nach einer eine Einschränkung der kognitiven Fähigkeiten nach.
Diese Störungen waren eher mild, erreichten auch bei weitem nicht das Ausmaß einer Demenz und erstreckten sich über ein breites Spektrum kognitiver Funktionen.

„Allerdings war die Aussagekraft dieser Studien deutlich begrenzt“, sagt Dr. Kerstin Hermelink von der . „Denn die kognitiven Fähigkeiten der Patienten wurden nur nach Abschluss der getestet. Erst 2004 erschienen die ersten Längsschnittstudien, die mit wiederholten Untersuchungen den Verlauf der kognitiven Störungen erfassten. Die größeren dieser methodisch weit besseren und aussagekräftigeren Studien fanden dann aber wenige oder gar keine Unterschiede zwischen Krebskranken mit und ohne .“

Hermelink und Kolleginnen an der LMU leiteten nun mit der Studie , kurz für „Cognitive Impairment in Therapy of Breast Cancer“, eine der weltweit größten Studien auf diesem Gebiet. Und zwar mit einer entscheidenden Besonderheit: ist eine der ganz wenigen Verlaufsstudien, die bereits vor Beginn jeder Krebstherapie untersuchte, also etwa auch vor einer Operation.
Innerhalb des ersten Jahres nach der Diagnose wurde die Untersuchung zweimal wiederholt. Über 100 Brustkrebspatientinnen aus fünf bayerischen Kliniken und hämato-onkologischen Praxen nahmen an der Studie Teil.

„Bereits vor Beginn jeder Krebstherapie fanden sich bei ungefähr einem Drittel unserer Patientinnen auffallend schlechte kognitive Testergebnisse“, berichtet Hermelink. „Gegen Ende der hielten sich die Veränderungen die Waage: Während 27 Prozent der Frauen vor allem Verschlechterungen zeigten, erzielten 28 Prozent der Teilnehmerinnen überwiegend bessere Testergebnisse. Wir schließen daraus, dass es andere Faktoren geben muss, die schon vor Beginn der Therapie zu einer Einschränkung der kognitiven Leistungsfähigkeit führen. Diese Faktoren üben bei einem Teil der Patientinnen während der Behandlung weiterhin Einfluss aus, während sich andere Patientinnen bereits wieder davon erholen.“

Auch die Folgen hormoneller Veränderungen auf die geistigen Fähigkeiten wurden in der Studie untersucht, denn die meisten Brustkrebspatientinnen erleben therapiebedingt eine drastische Senkung ihres Östrogenspiegels. Viele geraten durch die und Hormonbehandlungen sogar abrupt in eine vorzeitige Menopause. „Der Einfluss von Östrogenen auf kognitive Funktionen ist bisher ungeklärt“, so Hermelink. „In unserer Studie zeigte sich aber keine signifikante Wirkung einer Antiöstrogentherapie, und die vorzeitige Menopause hatte bei einem kleinen Teil der Tests sogar einen positiven Einfluss.“ Zusammengefasst lässt sich sagen, dass eine kognitive Beeinträchtigung bei vielen Brustkrebspatientinnen bereits nach der Diagnose und vor der Therapie besteht. Selbst wenn es dafür in dieser Studie keine Anhaltspunkte gibt, kann eine zusätzliche Schädigung durch die nicht ausgeschlossen werden. Als alleiniger Auslöser kommt die Behandlung aber nicht in Frage. Die Senkung des Östrogenspiegels im Rahmen einer Brustkrebstherapie hatte ebenfalls keinen negativen Einfluss auf die kognitiven Fähigkeiten.

„Wir können deshalb mit Sicherheit sagen, dass es andere Faktoren als eine Chemo- und geben muss, die bei manchen Krebspatienten die kognitiven Fähigkeiten verschlechtern“, betont Hermelink. „Das Konzept des sogenannten ‚‘ ist also zu vereinfachend und erklärt die Probleme der Betroffenen höchstens zum Teil. Wir gehen davon aus, dass der der Diagnose eine wichtige Rolle spielt. Schließlich kann er unter diesen Umständen wie ein Trauma wirken, was durch die Behandlung noch verstärkt werden kann.
Wir wollen dies jetzt genauer untersuchen: Möglicherweise muss dann der Begriff ‚‘ durch ‚Crisis Brain‘ ersetzt werden.“

Publikationen:
„Short-term effects of treatment-induced hormonal changes on cognitive function in breast cancer patients: results of a multicenter, prospective, longitudinal study.“ Kerstin Hermelink et al., Cancer, Vol. 113, Issue 9, S. 2431-2439, 1. November 2008 „Cognitive function during neoadjuvant chemotherapy for breast cancer: results of a prospective, multicenter, longitudinal study.“ Kerstin Hermelink et al., Cancer; Vol. 109, Issue 9, S. 1905-1913, 1. Mai 2007

Ansprechpartner:
Dr. Kerstin Hermelink
Frauenklinik der LMU München
Tel.: 089 / 7095 – 7579
E-Mail: kerstin.hermelink@med.uni-muenchen.de

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29. Oktober 2008

Bakterien schwächen Immunabwehr

Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin haben die Rolle eines scheinbar unauffälligen Bakterienstamms bei der weiteren Entwicklung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung () geklärt. Die besiedeln bei etwa fünfzig Prozent aller - Kranken die unteren Atemwege. Dr. Hortense Slevogt von der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie am Campus Virchow-Klinikum zeigt in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Nature Immunology* gemeinsam mit ihren Kollegen aus Essen, München und dem schwedischen Malmö erstmals, wie die bei der den Krankheitsverlauf beeinflussen: Sie aktivieren den Rezeptor , ein Molekül, das Zellen miteinander kommunizieren lässt. So sind sie in der Lage, die Antwort des Immunsystems entscheidend zu schwächen.

Rezeptoren sind die „Empfangsstationen“ der Zellen. Sie sind chemisch für eine Vielzahl unterschiedlicher Aufgaben ausgerüstet. Die Forscher um Hortense Slevogt fanden heraus, dass die das Zusammenspiel der beiden Rezeptoren und TLR 2 zu ihren Gunsten verändern können. TLR 2 steht im Zentrum des körpereigenen Abwehrsystems. Aufgabe dieses Rezeptors ist es, eindringende zu erkennen und zu bekämpfen. „Wir konnten zeigen, dass es den durch die Bindung an gelingt, die durch TLR 2 hervorgerufene Antwort des Immunsystems abzuschwächen. Die Bronchialschleimhaut reagiert zwar mit einer , aber diese ist anscheinend zu schwach, um die zu vernichten“, erklärt Slevogt. Sie vermutet, dass es den so gelingt, längere Zeit in den der -Patienten zu bleiben und damit zu einer chronischen Belastung für die Lunge zu werden.
Die Wissenschaftler entnahmen menschliche Schleimhautzellen aus dem Bronchialtrakt und infizierten sie im Labor mit . Dann wiederholten sie den Vorgang mit genveränderten , denen die Fähigkeit, den Rezeptor zu aktivieren, genommen war.
Ergebnis: Bei den veränderten reagierte das Abwehrsystem der Zelle mit einer heftigen , bei den „echten“ verlief diese wesentlich schwächer. „Das könnte problematisch sein“, erklärt Slevogt. „Denn die soll eindringende abtöten.“
ist ein Sammelbegriff für eine Reihe von Lungenerkrankungen, darunter die chronische Bronchitis und das Lungenemphysem. Sie sind oft tödlich und betreffen fast ausschließlich Raucher, ehemalige Raucher oder Menschen, die sich dem Rauch anderer aussetzen.
Schätzungsweise vier bis sechs Millionen Menschen sind allein in Deutschland an erkrankt.
Die Berliner Wissenschaftler möchten weitere Untersuchungen zur Rolle der bei der anschließen. Darüber hinaus hoffen sie auf positive Folgen ihrer Entdeckung: „Wenn es gelingt, die Wirkung der auf TLR 2 zu imitieren, dann wäre das vielleicht ein neuer Weg, um die Antwort des Immunsystems gezielt zu schwächen“, meint Prof. Norbert Suttorp, der Leiter der Klinik.“Das wäre nützlich bei jeder Erkrankung, die mit einer zu starken einhergeht.“

*Slevogt et al.: CEACAM1  inhibits Toll-like receptor 2-triggered antibacterial responses of human pulmonary epithelial cells , Nature Immunology, Nov. 2008, Vol. 9, No. 11, S. 1270-1278

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28. Oktober 2008

Neue Gentherapie bei Prostatakrebs erfolgreich

Eine Gruppe von italienischen Wissenschaftlern hat die Ursachen für die Entstehung von aufgedeckt. Verantwortlich sei das Fehlen kleiner DNA-Fragmente am , berichten Forscher des Superiore di Sanità www.iss.it in Rom, des Ospedale San Giovanni Bosco www.aslto4.it in Turin und des Istituto Oncologico del Mediteraneo www.salutesicilia.it in Catania von ihren Ergebnissen.

“Es ging darum herauszufinden, warum ein aggressiv wird und allen Therapieansätzen zum Trotz seine tödliche Wirkung entwickeln kann”, erklärte der ISS-Vorsitzende Enrico Garaci. “Die von unserem Team anhand von Gewebeproben an vierzig Prostatapatienten durchgeführte Untersuchung ergab, dass das Geheimnis bei den in den DNA-Fragmenten enthaltenen Genen und liegt. Diese sind nämlich in der Lage, eine bösartige Weiterentwicklung des Karzinoms zu verhindern.”

“Von nun an ist es möglich, aggressive Tumore schnell zu erkennen und sofort gezielte Gegenmaßnahmen durch die Zufuhr von microRNA zu ergreifen”, bestätigt Ruggero De Maria, Leiter des zum ISS gehörenden Dipartimento di Ematologia, Oncologia e Medicina Molecolare. Die Methode sei bereits anhand von Tierversuchen getestet worden. werde bisher gewöhnlich durch chirurgische Eingriffe und mit Hormonen behandelt. Unter den Tumoren bilde diese Pathologie die zweithäufigste Todesursache hinter dem Lungenkrebs.

In Italien werden jährlich 44.000 Fälle an diagnostiziertem bekannt. Mehr als 20 Prozent der spät erkannten Erkrankungen führen zum Tod. Die Einzelheiten der von der Associazione Italiana di Ricerca sul Cancro mitfinanzierten Studie sind in der Fachzeitschrift “Nature Medicine” veröffentlicht.

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28. Oktober 2008

Neue Gentherapie bei Prostatakrebs erfolgreich

Eine Gruppe von italienischen Wissenschaftlern hat die Ursachen für die Entstehung von aufgedeckt. Verantwortlich sei das Fehlen kleiner DNA-Fragmente am , berichten Forscher des Superiore di Sanità www.iss.it in Rom, des Ospedale San Giovanni Bosco www.aslto4.it in Turin und des Istituto Oncologico del Mediteraneo www.salutesicilia.it in Catania von ihren Ergebnissen.

“Es ging darum herauszufinden, warum ein aggressiv wird und allen Therapieansätzen zum Trotz seine tödliche Wirkung entwickeln kann”, erklärte der ISS-Vorsitzende Enrico Garaci. “Die von unserem Team anhand von Gewebeproben an vierzig Prostatapatienten durchgeführte Untersuchung ergab, dass das Geheimnis bei den in den DNA-Fragmenten enthaltenen Genen und liegt. Diese sind nämlich in der Lage, eine bösartige Weiterentwicklung des Karzinoms zu verhindern.”

“Von nun an ist es möglich, aggressive Tumore schnell zu erkennen und sofort gezielte Gegenmaßnahmen durch die Zufuhr von microRNA zu ergreifen”, bestätigt Ruggero De Maria, Leiter des zum ISS gehörenden Dipartimento di Ematologia, Oncologia e Medicina Molecolare. Die Methode sei bereits anhand von Tierversuchen getestet worden. werde bisher gewöhnlich durch chirurgische Eingriffe und mit Hormonen behandelt. Unter den Tumoren bilde diese Pathologie die zweithäufigste Todesursache hinter dem Lungenkrebs.

In Italien werden jährlich 44.000 Fälle an diagnostiziertem bekannt. Mehr als 20 Prozent der spät erkannten Erkrankungen führen zum Tod. Die Einzelheiten der von der Associazione Italiana di Ricerca sul Cancro mitfinanzierten Studie sind in der Fachzeitschrift “Nature Medicine” veröffentlicht.

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27. Oktober 2008

Gutes aus dem Goldmohn: Grazer Wissenschafter klären wichtigen Schritt in der Naturstoffsynthese

Pflanzliche Inhaltsstoffe kommen heute in etwa einem Viertel aller Heilmittel in traditioneller und moderner Medizin zum Einsatz. Weit mehr als 10.000 Pflanzen sind derzeit als Quelle für medizinisch wertvolle Substanzen bekannt. Als besonders wirkungsvolle Gruppe von Inhaltsstoffen erweisen sich die so genannten . Grazer Wissenschaftern nun gelungen, einen zentralen Schritt in der Biosynthese so genannter , einer Gruppe von Alkaloiden mit vielfältigen pharmakologischen Eigenschaften, aufzuklären. Verwendet wurde dazu ein Enzym aus dem kalifornischen . Die Forscher veröffentlichen ihre Erkenntnisse in der aktuellen Ausgabe von „Nature Chemical Biology“.

Das Antikrebsmittel aus der Eibe, das Antimalariamittel Chinin aus dem Chinarindenbaum und das schmerzlindernde Morphium aus dem Schlafmohn sind prominente Beispiele für den Einsatz von Alkaloiden in der Medizin. All diese hoch komplexen Verbindungen werden mit Hilfe von enzymatischen Reaktionen aus einfachen Aminosäurebausteinen in der Pflanze aufgebaut. Gutes tun könnte künftig auch der kalifornische : Unter Verwendung modernster molekularbiologischer Methoden haben Peter Macheroux und sein Team vom Institut für Biochemie der TU Graz aus der Pflanze ein Enzym hergestellt. Gemeinsam mit Forschern rund um den Biowissenschafter Karl Gruber vom Zentrum für Molekularbiologie an der Karl-Franzens Universität ist es den Grazer Naturwissenschaftern dann gelungen, erstmals die Struktur des Enzyms mit dem gebundenen Substrat der Reaktion zu bestimmen.

NAWI Graz als Erfolgsrezept in der Zusammenarbeit

„Wir haben sozusagen ein ‚Standbild‘ von der Reaktion gewonnen, das uns erlaubt, das Enzym bei der Arbeit zu beobachten“, beschreiben die Forscher den Durchbruch in ihrer Arbeit, der neue Einblicke in den Mechanismus der enzymatischen Reaktionen bringt. Entscheidend mitgewirkt hat dabei auch ein Doktorand, der seine Abschlussarbeit im Rahmen von NAWI Graz, der erfolgreichen Zusammenarbeit von TU Graz und Karl-Franzens-Universität Graz in den Naturwissenschaften, verfasst: Andreas Winkler, der seit drei Jahren im FWF-geförderten Doktoratskolleg „Molecular Enzymology“ tätig ist, führte biochemische Arbeiten an der TU Graz und strukturbiologische Arbeiten an der Karl- Franzens-Universität durch und erfüllt damit den Kooperationsgedanken von NAWI Graz mit Leben. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nun für die Biokatalyse von neuartigen Verbindungen nutzbar gemacht werden, um bislang unzugängliche chemische Strukturen aufbauen zu können.

Originalarbeit:
Winkler, A., Lyskowski, A., Riedl, S., Puhl, M., Kutchan, T. M., Macheroux, P., Gruber, K., A concerted mechanism for berberine bridge enzyme, Nat Chem Biol. 4: Dezember 2008. Online verfügbar ab 26.
Oktober 2008.

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