26. Juni 2008

Heilpilze beruhigen Reizmagen und Reizdarm

Wenn wir sagen “das ist mir auf den Magen geschlagen”, kann das mehrere Ursachen haben: falsche Ernährung, zu viel Alkohol, hektische Mahlzeiten, zu wenig Bewegung, Stress, Mineralienmangel, Ärger und vieles mehr können das ansonsten sehr anpassungsfähige Organ schädigen.

Das eigenständige und hoch organisierte Nervennetz rund um Magen und Darm spielt eine große Rolle bei der Entstehung von Erkrankungen. Der Darm ist von mehr als 100 Millionen Nervenzellen umhüllt. Beteiligt ist bei allen Darmstörungen auch das autonome Nervensystem, besonders der Anteil des Parasympathikus.

So erklärt es sich, dass Stress sich als Reizmagen oder Reizdarm bemerkbar machen kann. Hier ist der Glänzende Lackporling (Reishi) das Mittel der Wahl. Er wirkt entspannend und ausgleichend. Das im Pilz enthaltene Adenosin wirkt beruhigend, entspannend auf die Muskulatur und hat so eine dem Neurotransmitter Azetylcholin entgegengesetzte Wirkung. Die Erregungsübertragung zwischen Nerv und Kontraktion der glatten Muskulatur wird herab gesetzt. Außerdem hilft der Reishi Pilz mit seinem hohen Gehalt an Triterpenen, die bei Stress vermehrte Histaminausschüttung zu regulieren. Durch die Inhaltsstoffe des Igelstachelbart (Hericium erinaceus) wird die Regeneration der Magen- und Darmschleimhaut angeregt.

Untersuchungen am Food Research Institute in Prag zeigten, dass der Austernpilz (Pleurotus ostreatus) das Wachstum probiotischer Bakterien unterstützt. Die Produktion von Laktobazillen, Enterokokken und Bifidobakterien wurde erhöht. Das wirkt sich wiederum positiv auf die Darmflora und das im Darm befindliche Immunsystem aus.

Gastritis und Ulcus werden verursacht durch Autoimmunprozesse, Bakterien (Helicobacter Pylori), Medikamente und Stress. Hier liegt ein Missverhältnis von schleimhautschützenden (Schleim, Bikarbonat, Prostaglandin) und aggressiven Faktoren (Magensäure, Proteasen und entzündliche Reaktionen) vor.

Hier gilt wie bei allen Entzündungen: Die im Reishi enthaltenen Triterpene (zyklische Kohlenwasserstoffe) verbessern die Funktion der Nebennierenrinde und wirken somit antientzündlich. Bei Entzündungsprozessen und Stress kommt es zu vermehrter Histaminausschüttung. Auch zahlreiche Arzneimittel können den Histaminspiegel erhöhen. Dazu zählen unter anderem Acetylsalicylsäure und Alkohol. Die Triterpene des Reishi wirken hemmend auf eine überhöhte Freisetzung des Histamin im Körper. Generell wirken Heilpilze ausgleichend und regulierend.

Der Körper produziert bei Entzündung und Gewebeverletzung den Nervenwachstumsfaktor, der auch durch die im Hericium enthaltenen Erinacine stimuliert wird. Italienischen Wissenschaftlern ist es mithilfe des Nervenwachstumsfaktors NGF gelungen, bei Magen- und Augengeschwüren einen Heilungsprozess herbeizuführen. Deshalb ist eine Kombination von Reishi und Hericium hier angezeigt. Zusätzlich kann die Gabe von Auricularia empfohlen werden, der die Schleimhäute befeuchtet und somit schützt.

Sodbrennen, Reflux und Reizmagen sind eng miteinander verbunden. Schauplatz des Sodbrennens ist die Speiseröhre. Die Hauptaufgabe der Speiseröhre ist der Transport der Speise vom Mund in den Magen. Oben verschließt der Kehlkopf die Speiseröhre, nach unten ist sie durch einen Schließmuskel (sog. Unterer Ösophagussphincter) zum Magen hin verschlossen. Jeder Rückfluss von Mageninhalt in Richtung Speiseröhre wird als Reflux bezeichnet. Wenn der Mageninhalt durch zu viel Säure aggressiv die Schleimhaut der Speiseröhre schädigt, entsteht ein brennendes Gefühl - das Sodbrennen.

Durch seine Inhaltsstoffe baut der Hericium die Schleimhäute wieder auf. Um den Entzündungen entgegenzuwirken, wird der Reishi zusätzlich empfohlen. Beide Pilze sind reich an Aminosäuren. Bei Entzündungen, Infekten und vielen anderen Krankheiten können nämlich die Konzentrationen der Aminosäuren verändert sein. Hier kommt auch die adaptogen Wirkung der Heilpilze zum Zuge.

Die Verstopfung kann vielerlei Ursachen haben. Erfahrungsgemäß hat sich der Schopftintling (Coprinus comatus) bei Verstopfung als abführend erwiesen. Bei Verstopfung durch Trockenheit befeuchtet der TCM zufolge der Heilpilz Judasohr (Auricularia) die Schleimhäute, stärkt sie somit und löst Verstopfung, die durch Trockenheit ausgelöst ist. Auf eine ausreichende Trinkmenge ist zu achten!!

Durchfall ist keine Krankheit, sondern ein Symptom, das verschiedene Ursachen haben kann. Er ist gekennzeichnet durch mehr als 3 breiige Stuhlgänge täglich. So kann Durchfall auch durch histaminreiche Nahrungsmittel oder Stress begründet sein. Auf jeden Fall können hier die Triterpene des Reishi ansetzen und hemmend auf die Freisetzung des Histamin im Körper wirken. Durchfall kann Folge von Hitze sein; laut TCM leitet der Reishi diese Hitze aus. Erfahrungsgemäß hat der Maitake bei länger anhaltenden Durchfällen eine stopfende Wirkung bewiesen.

Zu den wichtigsten Formen der Chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) gehören die Colitis ulcerosa und Morbus Crohn. Die Darmschleimhaut ist dabei chronisch entzündet. Wegen der antientzündlichen und Schleimhaut schützenden Wirkungen gibt man die Pilze Hericium und Reishi auch zwischen den Schüben.

Bei Erkrankungen von Colon und Rektum sind häufig die Wasserrückresorption, der Elektrolythaushalt und die Motilität betroffen. Deshalb gehen sie oft mit Durchfällen oder Obstipation einher. Ist der Stuhl zu wässrig, hat sich die Kombination Hericium, Reishi und Maitake bewährt. Bei zu fester Stuhlkonsistenz wird der Hericium zusammen mit dem Reishi und Auricularia empfohlen.

Heilpilze regulieren entzündliche Prozesse und Stress bedingte Entgleisungen. Sie sollten so lange eingenommen werden, bis der Körper die Eigenregulation wieder selbst vornehmen kann. Eine gesunde Lebensführung mit ausreichender Bewegung, Zufuhr von Ballaststoffen und genügender Flüssigkeitszufuhr ist dabei wichtig!

Kontakt:
MykoTroph AG
Institut für Ernährungs- und Pilzheilkunde
Wernher-von-Braun-Strasse 2-4
D-63694 Limeshain

Provided by gh consulting - gordian hense

wellnes
• Veröffentlicht in Uncategorized
26. November 2007

Kehlkopf- und Stimmgeschädigte: Die eigene Stimme aus dem Computer

Der Oldenburger Wissenschaftler Dr. Eduardo Mendel hat ein Softwareprogramm entwickelt, mit dessen Hilfe kehlkopf- bzw. stimmgeschädigte Patienten über den Computer mit ihrer Umgebung sprachlich kommunizieren können – wobei ihre eigene Stimme zu hören ist. Es begann alles vor sieben Jahren mit einem dramatischen Anruf. Ein naher Freund erzählte dem Physiker Dr. Eduardo Mendel von der Diagnose Kehlkopfkrebs und dass er in wenigen Tagen operiert werden müsse und seine Stimme verlieren werde. Nach dem ersten Schock zerbrach sich Mendel den Kopf darüber, ob nicht die Stimme seines Freundes auf irgendeine Weise zu „retten“ sei. Er war überzeugt, dass es heutzutage möglich sein müsse, die eigene Stimme aufzunehmen und damit anschließend ein Sprechprogramm zu „füttern“. Der promovierte Physiker, der seit vielen Jahren im Bereich der Theoretischen Physik der Universität Oldenburg geforscht und gelehrt hat und hier derzeit Lehrbeauftragter ist, recherchierte sowohl im Internet als auch bei einschlägigen Firmen und musste feststellen, dass es keine entsprechenden Computerprogramme gab. Es existieren zwar Sprechprogramme, allerdings werden diese immer von einer unpersönlichen bzw. Künstlichen Stimme gesprochen. In aller Eile machte der Oldenburger Wissenschaftler dann eine Reihe von Tonaufnahmen mit seinem Freund – ohne zu wissen, was er eigentlich genau benötigen würde. Danach begann die Arbeit. Der jetzt 54-jährige Physiker musste sich in ein ihm bis dahin weitgehend unbekanntes Wissensgebiet einarbeiten: die Phonetik (Lautlehre) der deutschen Sprache. „Das war eine sehr, sehr mühselige Arbeit, da die deutsche Aussprache nicht eindeutig mit der Schreibweise übereinstimmt.“ Es half, dass er durch seine Studien in Chile, USA, Kanada und Israel mehrere Sprachen, unter anderem Spanisch beherrscht, in der die Schrift eindeutig phonetisch ist. Das andere große Problem neben der Phonetik war die Entwicklung eines Softwareprogramms, mit dem aus einem Fundus an Lauten und Silben neue Wörter und Sätze gebildet werden können. Nach fünfjähriger Entwicklungsarbeit war Mendel am Ziel: Er hatte sein Verfahren zur Reife gebracht und gründete daraufhin seine Firma, um es für Patienten zugänglich zu machen. Das Verfahren funktioniert so: Am Anfang steht die Sprachaufnahme bei Patienten, bei denen ein Stimmverlust droht. Mendel: „Es ist äußerst wichtig, dass die Patienten von dieser Möglichkeit früh erfahren, damit ihre Stimme noch gut klingt.“ Hauptsächlich handelt es sich um Menschen, die an Kehlkopfkrebs oder der neurologischen Krankheit ALS erkrankt sind. Die Patienten müssen eine Wortliste vorlesen, die mehrere tausend Silben und alle Phoneme beinhaltet, was rund drei Stunden dauert. Sobald der Patient seine digital gespeicherte Stimme benötigt, wird das „Sprachmaterial“ von Mendel und seinen Mitarbeitern ins individuelle Sprechprogramm „Meine-eigene-Stimme“ integriert und dem Patienten zugeschickt. Diese zweite Phase nimmt 60 bis 70 Arbeitsstunden in Anspruch. Nach der Installation des Programms auf seinem Computer kann dann der von Stimmverlust betroffene Patient Sätze eingeben, die anschließend von seiner „eigenen Stimme“ gesprochen werden. Zwar ist die Sprache aus dem Computer nicht völlig identisch mit der „lebendigen“ Sprache, da das Programm nicht ganze Satzmelodien nachbilden kann, allerdings ist der Klang völlig natürlich und in seiner Individualität eindeutig erkennbar. Inzwischen haben Mendel und seine Mitarbeiter für rund 50 Patienten ein angepasstes Softwareprogramm erstellt. „Wir haben bei weiteren 50 Patienten Sprachaufnahmen gemacht“, so Mendel, „aber glücklicherweise benötigen diese Patienten das Programm bislang noch nicht.“ In diesem Jahr ist das Verfahren in das Hilfsmittelverzeichnis der Krankenkassen aufgenommen worden. „Das ist natürlich ein großer Erfolg“, so Mendel, „andererseits ist die Bewilligungspraxis der einzelnen Kassen sehr unterschiedlich, und manchmal entscheidet sogar dieselbe Kasse von Fall zu Fall unterschiedlich.“ Dass das Programm, das 3.200 Euro kostet, abgelehnt wird, weil es teurer als die Sprechprogramme mit unpersönlichen Stimmen ist, mag Mendel nicht gelten lassen. „Gerade die eigene Stimme gehört zu den zentralen Dimensionen unserer Persönlichkeit“, sagt der Oldenburger Wissenschaftler. „Es ist wunderbar, auf diese Weise Menschen helfen zu können“, so Mendel, der von sehr positiven Rückmeldungen der Patienten berichtet. „Ich würde mir nur wünschen, dass die betroffenen Menschen sich früher bei uns melden. Oft können die Patienten kaum noch sprechen, wenn wir zu ihnen kommen.“ Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass die Patienten die Stimme eines nahen Verwandten aufnehmen lassen, falls die eigene Stimme schon zu sehr beeinträchtigt ist. Für Patienten, die außerdem noch in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, funktioniert das Sprechprogramm in Kombination mit Eingabehilfen wie Bildschirmtastatur, Stirn- und Augensteuerung. Und der Freund mit dem Kehlkopfkrebs? „Dem geht es relativ gut“, erzählt Mendel, „aber mit dem heutigen ausgereiften Programm hätte ich ihm viel besser helfen können.“ Kontakt: Dr. Eduardo Mendel, E-Mail: mendel@uni-oldenburg.de, Tel. 0441/72261
• Veröffentlicht in Erkrankungen
11. Februar 2007

Schüssler-Salz Kalium sulfuricum

Das Stoffwechselmittel Kalium sulfuricum wird vor allem bei entzündlichen Erkrankungen im dritten Stadium mit Erfolg eingesetzt. Es hilft aber auch bei stärkeren Nervenschmerzen. Darüberhinaus hat es sich bei vielen Hauterkrankungen bewährt. Grundursache für seine Vielseitigkeit ist seine Eigenschaft als Sauerstoffüberträger, weil es sich hierbei um deas Mineral handelt, dass in den eisenhaltigen Zellen, besonders den der roten Blutkörperchen, eine virale Rolle spielt.

Anwendungsgebiete für Kalium sulfuricum sind:

• Atemtrakt: Eitriger Schnupfen mit hartnäckigen Nasennebenhöhlenentzündungen, starkes Schleimrasseln in der Brust (auch ohne schwere Hustenattacken), gelbschleimiger Auswurf, Atemnot und Kurzatmigkeit, Kitzelhusten, Räusperzwang, Kehlkopflkatarrhe mit Auswurf.

Augen: Bindehautentzündungen mit gelbschleimiger Absonderung, verklebte Augenlider.

• Haut: Bei allen Hauterscheinungen der Kinderkrankheiten nächtliches Hautjucken, Gürtelrose, Gesichtsrose und Herpesbläschen im Stadium der Abschuppung, gelbliche Gesichtsfarbe.

• Herz-Kreislauf: Nächtliches Herzklopfen mit Beklemmungsgefühl, Schwindel, schneller Puls.

• Knochen und Gelenke: Schweres, mattes Gefühl in allen Gliedern, umherziehende rheumatische Schmerzen (die vor allem nach Durchnässung und bei Wärme stärker werden), Krämpfe in den Unterschenkeln.

• Nervliche Verfassung: Verstimmungszustände mit Traurigkeit und Ängstlichkeit; überempfindlich, ungeduldig; Verschlimmerung gegen Abend und durch Wärme, Besserung der Beschwerden in frischer, kühler Luft; stechende Schmerzen, Zwischenrippenneuralgien, Trigeminusneuralgie, Fallträume.

• Verdanungsorgane: Zahn- und Kieferschmerzen, Zunge gelbschleimig belegt, Magenschmerzen mit Völlegefühl, Hämorrhoidalbeschwerden, Neigung zur Gallensteinbildung.

Weitere Informationen finden Sie unter Schüssler-Salze

Weitere Infos finden Sie hier …

• Veröffentlicht in Newsletter
26. Juli 2005

Hörschäden bei Kindern oft zu spät erkannt

Universitätsklinikum Heidelberg, Dr. Annette Tuffs, 09.06.2005 13:26

Kein flächendeckendes Neugeborenen-Screening trotz einfachen Tests /
Jubiläums-Symposium in der HNO-Universitätsklinik Heidelberg am 11.
Juni

Wenn ein Kind nicht hört, lernt es nicht sprechen. Ist sein
Hörvermögen beeinträchtigt, entwickeln sich Sprache und
Leistungsfähigkeit nur teilweise und mit Verzögerung. In Deutschland
sind von 1.000 Neugeborenen ein bis zwei betroffen. Doch in vielen
Bundesländern, auch in Baden-Württemberg, werden Hörstörungen oft sehr
spät erkannt, so dass die Entwicklung des Kindes bereits Schaden
gelitten hat. Dabei stehen Screening-Tests für Neugeborene zur
Verfügung; allerdings werden diese derzeit nur in wenigen
Bundesländern wie Hamburg oder dem Saarland flächendeckend
durchgeführt.

Auf diesen Missstand weist die Ärztliche Direktorin der Abteilung für
Stimm- und Sprachstörungen sowie Pädaudiologie, Professor Dr. Ute
Pröschel, hin. Bei einer Jubiläumsfeier am 11. Juni 2005 in der
Kopfklinik des Universitätsklinikums Heidelberg ist die Früherkennung
von Hörstörungen ein zentrales Thema, denn sie stellt den Schlüssel zu
einer optimalen Behandlung der Sprachentwicklung dar.

30 Jahre Abteilung für Phoniatrie und Pädaudiologie / 50 Jahre
Logopädenschule

Gleich drei Jubiläen kann die Heidelberger Klinik an diesem Tag
begehen:
* Vor 30 Jahren hat die Medizinische Fakultät Heidelberg eine
Professur für Phoniatrie und Pädaudiologie eingerichtet.
* Seit 50 Jahren werden Logopäden (Sprach- und Stimmtherapeuten) am
Universitätsklinikum Heidelberg ausgebildet.
* Insgesamt 60 Jahre besteht am Klinikum eine phoniatrische Ambulanz

Hörgeschädigte Kinder werden meist erst im dritten Lebensjahr
behandelt

“Kinder mit Hörstörungen werden im Mittel erst im dritten Lebensjahr
entdeckt”, berichtet Frau Professor Pröschel. Dann fallen sie durch
eine verzögerte Entwicklung der Sprache oder durch gestörtes Verhalten
auf. Nervenbahnen im Gehirn, die das Innenohr mit dem Hör- und
Sprachzentrum verbinden, sollten jedoch zu diesem Zeitpunkt bereits
weiterentwickelt sein. Diese Ausbildung kann der späte Einsatz von
Hörgeräten nicht wieder aufholen.

Das Neugeborenen-Screening kann als schneller, schmerzfreier Test auf
der Geburtsstation vorgenommen werden. Dabei wird eine kleine Sonde in
das Ohr des Kindes eingeführt und ein kurzer Schallreiz erzeugt. Ob
das Kind richtig hört, kann an der Schallantwort aus dem Innenohr oder
an den Hirnströmen abgelesen werden.

Erfolgreiches Screening in Österreich und den USA

“Um den Test durchführen zu können, müssten die Geburtskliniken
ausgestattet und die Mitarbeiter entsprechend geschult sein”,
beschreibt Frau Professor Pröschel das Defizit. Dass hier Erfolge
erzielt werden können, zeigen Erfahrungen aus Österreich und den USA,
wo die Mehrzahl der Neugeborenen mit Hörschäden bereits in den ersten
sechs Monaten behandelt wird.

Ursachen angeborener Hörschäden können z.B. genetische Erkrankungen,
Röteln während der Schwangerschaft, Unreife durch Frühgeburt sowie
starker Sauerstoffmangel während der Geburt sein. Kindern mit
Hörstörungen stehen heute sehr gute Behandlungsmöglichkeiten offen.
Durch den Einsatz von Hörgeräten, Cochlea-Implantaten sowie anderen
Hörprothesen können gute Erfolge in der Sprachentwicklung und der
allgemeinen Entwicklung erzielt werden.

Logopädische Behandlung trainiert Eltern und Kinder

Die zusätzliche Behandlung durch eine Logopädin trägt dazu bei, die
Sprachentwicklung zu fördern. Seit 50 Jahren werden Therapeuten an
der Logopädieschule des Heidelberger Klinikums ausgebildet - jährlich
treten zehn neue Schülerinnen und Schüler den dreijährigen
Ausbildungsgang an. Die Schule wird von Frau Professor Pröschel
geleitet.

Mit den Fachärzten für Phoniatrie und Pädaudiologie arbeiten die
Logopädinnen (überwiegend sind es Frauen) Hand in Hand. Nach der
umfassenden ärztlichen Diagnostik und der Therapieentscheidung
übernehmen sie die Behandlung des Kindes. “Im Vordergrund steht die
Anleitung und Beratung der Eltern. Die logopädischen Übungen werden
den Kindern während der Therapie spielerisch angeboten, diese werden
von den Eltern zuhause gefestigt”, erklärt Barbara Strate, leitende
Lehrkraft der Heidelberger Logopädenschule.

Rund 20 Prozent der Schulanfänger zeigen Auffälligkeiten in der
Sprache

Die Nachfrage nach logopädischer Behandlung ist in den letzten Jahren
gestiegen. Knapp 20 Prozent aller Schulanfänger zeigen
Sprachauffälligkeiten. Die Ärzte und Logopäden haben zudem noch einen
weiteren großen Kreis von Patienten, den sie betreuen: Patienten mit
Stimmstörungen, z.B. Lehrer und Mitglieder anderer Berufsgruppen, die
viel sprechen müssen, stotternde Kinder und Jugendliche, Patienten,
die nach Entfernung eines Kehlkopftumors oder nach einem Schlaganfall
unter Stimm-, Sprach-, Sprech- oder Schluckstörungen leiden.

Bei Rückfragen:
Professor Dr. Ute Pröschel
Telefon: 06221 / 56 72 38 (Sekretariat)
E-Mail: Ute_Proeschel@med.uni-heidelberg.de

Arten der Pressemitteilung:
Forschungsergebnisse
Forschungsprojekte

Sachgebiete:
Medizin und Gesundheitswissenschaften

Weitere Informationen finden Sie unter
www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse - Pressemitteilung online

Zu dieser Mitteilung existieren Bilder im WWW. Siehe

idw-online.de/pages/de/image19207
Mit einem schnellen und schmerzfreien Hörtest können Hörstörungen bei Babys erkannt werden.


Ansprechpartner:
Dr. Annette Tuffs

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
des Universitätsklinikums
Voßstrasse 2, 69115 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56-4536
Fax: 06221 / 56-4544
e-mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de


Informationsdienst Wissenschaft e.V. - idw -
WWW: idw-online.de
E-Mail: service@idw-online.de

Weitere Infos finden Sie hier …

• Veröffentlicht in Allgemeines
26. Juli 2005

Genetisches Risiko: Krebs durch zuviel Alkohol

Universitätsklinikum Heidelberg, Dr. Annette Tuffs, 08.06.2005 12:27

Entwicklung von bösartigen Tumoren wird durch Gene gefördert
/Veröffentlichung unter Federführung von Heidelberger Wissenschaftlern

Alkoholiker haben ein erhöhtes Risiko, an Krebs zu erkranken. Mit
starkem Alkoholkonsum werden bösartige Tumoren, vor allem der Leber,
Speiseröhre, Gaumen und Kehlkopf, seltener im Dickdarm sowie der Brust
bei Frauen, in Zusammenhang gebracht. Mehr als 6.000 Menschen in
Deutschland erkranken jährlich an Krebsarten des oberen
Verdauungstraktes. Schon ein Liter Bier oder einige Gläser Wein
täglich können das Risiko vervielfachen. Allerdings sind nicht alle
der starken Konsumenten betroffen.

Denn ob sich Krebs entwickelt oder nicht wird entscheidend von
genetischen Anlagen bestimmt. Eine Gruppe von Wissenschaftlern unter
Federführung von Professor Dr. Helmut Seitz, Ärztlicher Direktor des
Heidelberger Krankenhauses Salem, hat jetzt erstmals die Existenz
eines genetischen Risikomarkers bestätigt, der die Entstehung von mit
hohem Alkoholkonsum verbundenen Tumoren beeinflusst. Dabei handelt es
sich um ein Gen, das für die Produktion von Azetaldehyd, einem
krebserzeugenden Stoffwechselprodukt von Alkohol, verantwortlich ist,
das so genannte Alkoholdehydrogenase 1C-Gen. Diese
Forschungsergebnisse wurden bereits letztes Jahr in der Zeitschrift
“GUT” veröffentlicht. Neuere Daten sind beim Alkoholweltkongress in
Mannheim vorgetragen worden und jetzt in der Zeitschrift
‘International Journal of Cancer’ eingereicht.

Erhöhte Konzentration von krebsauslösendem Azetaldehyd

“Alkohol selbst löst keinen Krebs aus”, erklärt Professor Seitz.
“Vielmehr ist es sein Stoffwechselprodukt Azetaldehyd, welches meist
gemeinsam mit anderen krebsauslösenden Faktoren wie Rauchen die
Krebsentstehung vorantreibt.” Die Alkoholdehydrogenase (ADH) wandelt
Alkohol in diesen toxischen und krebserregenden Stoff um, dessen
Konzentration bei starkem Alkoholkonsum auch im Speichel ansteigt.

Deswegen sind homozygote Träger des Gens ADH-1C1 einem besonders hohen
Krebsrisiko ausgesetzt. Dies konnten Professor Seitz und seine
Kollegen von den Universitäten Erlangen, Lübeck und Regensburg in
einer großen Studie mit mehr als 800 Patienten feststellen. Verglichen
wurden zwei Gruppen von alkoholkranken Patienten: Eine Gruppe litt an
einem bösartigen Tumor der Leber, der Speiseröhre, der
Bauchspeicheldrüse oder des Dickdarms, die andere Gruppe hatte keine
Krebserkrankung. Die erkrankten Patienten waren sehr viel häufiger
homozygote Träger des Gens ADH-1C1. “Damit haben wir nachgewiesen,
dass bei alkohol-bedingten Tumorerkrankungen die genetische
Veranlagung eine wichtige Rolle spielt,” sagt Professor Seitz.

Auf jeden Fall raten die Ärzte zu einem moderaten Alkoholkonsum, denn
schon ab 20 (Frauen) bzw. 40 Gramm (Männer) Alkohol pro Tag - dies
entspricht ca. 1/4 Liter Wein oder zwei Gläsern Bier - versechsfacht
sich für einen gesunden Menschen das Risiko, eine schwere
Lebererkrankung (Zirrhose) zu entwickeln.

Literatur
C Coutelle, H K Seitz et. al.: Risk factors in alcohol associated
breast cancer: alcohol dehydrogenase polymorphism and estrogens. Int J
Oncol. 2004 Oct;25(4):1127-32.

J P Visapää, H K Seitz et. al: Increased cancer risk in heavy drinkers
with the alcohol dehydrogenase 1C*1 allele, possibly due to salivary
acetaldehyde. Gut, Jun 2004; 53: 871 - 876.

(Die Literatur kann unter contact@med.uni-heidelberg.de angefordert
werden)

Bei Rückfragen
Professor Dr. med. H.K. Seitz
Krankenhaus Salem
Zeppelinstr. 11-33
69121 Heidelberg
Tel: +49-6221-483-202
Fax:+49-6221-483-494

Arten der Pressemitteilung:
Forschungsergebnisse
Forschungsprojekte

Sachgebiete:
Medizin und Gesundheitswissenschaften

Weitere Informationen finden Sie unter
www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse - Pressemitteilung online


Ansprechpartner:
Dr. Annette Tuffs

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
des Universitätsklinikums
Voßstrasse 2, 69115 Heidelberg
Tel.: 06221 / 56-4536
Fax: 06221 / 56-4544
e-mail: Annette_Tuffs@med.uni-heidelberg.de


Informationsdienst Wissenschaft e.V. - idw -
WWW: idw-online.de
E-Mail: service@idw-online.de

Weitere Infos finden Sie hier …

• Veröffentlicht in Allgemeines
28. Juni 2004

Doch nicht so harmlos: Auch Pfeiferauchen birgt Gesundheitsrisiken

Das Rauchen einer Pfeife ist ebenso gesundheitsschädlich wie das Zigarrenrauchen und fast so gefährlich wie Zigarettenrauchen. Das haben amerikanische Forscher in einer großen Langzeitstudie entdeckt. Das Risiko, durch Rauchen an bestimmten Krebsarten zu erkranken, wird demnach durch alle Formen von Tabakkonsum erhöht, sei es in Form von Zigaretten, Zigarren oder einer Pfeife. Das berichten Jane Henley und ihre Kollegen von der American Cancer Society in Atlanta (USA) in der Fachzeitschrift Journal of the National Cancer Institute (Bd. 96, S. 853).

Pfeiferauchen wird im Allgemeinen für gesünder gehalten als das Rauchen von Zigaretten, da der Tabakrauch bei der Pfeife meist nicht inhaliert wird. Um die Folgen des Pfeiferauchens genauer zu untersuchen, hatten die Wissenschaftler um Jane Henley bereits 1982 begonnen, die medizinischen Daten von über 138.000 Männern aufzunehmen. Darunter befanden sich 15.263 Pfeifenraucher. Nach 18 Jahren wurde nun der Gesundheitszustand der Männer erneut untersucht und die Todesursachen der 23.589 mittlerweile verstorbenen Personen analysiert.

Die Wissenschaftler stellten bei sechs von neun untersuchten Krebsarten eine deutliche Häufung bei den Rauchern fest. Insbesondere Kehlkopf-, Speiseröhren- und Lungenkrebs traten bei den Pfeifenrauchern sehr viel häufiger auf als bei den nicht rauchenden Teilnehmern der Studie. Auch an anderen Krankheiten wie Schlaganfälle, Chronische Bronchitis und Erkrankungen der Herzkranzgefäße litten die Pfeifenraucher häufiger als die Nichtraucher.

Zigarrenraucher, die im Allgemeinen den Rauch ebenfalls nicht inhalieren, hatten in etwa das gleiche Risiko zu erkranken wie die Pfeifenraucher. Noch deutlicher waren die Gesundheitsschäden bei den Zigarettenrauchern feststellbar. Obwohl nur ein geringer Prozentsatz der Bevölkerung zu den regelmäßigen Pfeifenrauchern zählt, warnen die Wissenschaftler vor einer Verharmlosung der Gefahren des Pfeifenrauchens, das nach den Ergebnissen der Studie ebenso die Gesundheit schädigt wie Zigarren und Zigaretten.

Weitere Infos finden Sie hier …

• Veröffentlicht in Allgemeines